50 Jahre Pumuckl: Rechtsstreit um Pumckl verhindert Ausstrahlung

50 Jahre Pumuckl
Rechtsstreit um Pumckl verhindert Ausstrahlung

Ein Hausgeist feiert Geburtstag: Vor 50 Jahren lief das erste „Pumuckl“-Hörspiel im Bayrischen Rundfunk, es folgten TV-Serie und Kinofilm. Aber Todesfälle und Prozesse vertrieben die Figur von den Bildschirmen.
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MünchenWas es wohl geben wird, am kommenden Dienstag? „Eine Schokolade, einen groooßen Schluck Bier, eine grrrrooße Wurst und Himbeersaft und Kuchen natürlich!“, müssten es sein, wenn es nach dem Pumuckl geht. Der erschien dann vor genau fünfzig Jahren zum ersten Mal in der Öffentlichkeit.

Wo er im Moment steckt, wird wohl nicht mal seine 91-jährige Erfinderin Ellis Kaut sagen können: Denn seit Jahren schon ist die Geschichte des Rotschopfs auch eine traurige, mit Todesfällen und Gerichtsprozessen - da bleibt ein vernünftiger Kobold lieber mal öfters unsichtbar.

Wie alt der Pumuckl nun wirklich ist, weiß so recht niemand. Eigentlich haben Klabautermänner, zu denen sich der kleine Kobold stolz zählt, nämlich nicht Geburtstag. Auch seine „Mutter“, die Münchner Schriftstellerin Ellis Kaut, ist nicht ganz sicher: „Ich kann es selbst als Autorin nicht sagen, ob er Geburtstag hat oder nicht.“ Schließlich sei er ein Geistwesen. „Er ist nicht von dieser Welt“, sagte die 91-Jährige der Nachrichtenagentur dpa.

Allerdings sei sie in der Frage nicht immer konsequent gewesen. Im Jahr 1970 ließ sie ihn etwa in „Pumuckl will Geburtstag haben“ sagen, er sei genau vor „siebzigdreizehn Jahren“ auf die Welt gekommen, auf einem Segelschiff während eines schlimmen Sturms. Ein andermal skandiert der Kobold: „Geburtstag ist ein schöner Tag, ich jeden Tag Geburtstag mag.“

Siebzigdreizehn, also 83 Jahre alt, wäre Pumuckl vor 42 Jahren gewesen - und heute folglich 125 Jahre. Doch das Alter ist ein Quälgeist, den Kobolde gnädigerweise nicht fürchten müssen. Und so hangelt sich die Pumuckl-Biographie an Veröffentlichungsterminen entlang. Der erste war der 21. Februar 1962. Damals lief im Bayerischen Rundfunk das Hörspiel „Spuk in der Werkstatt“, das im Nu die Kinder begeisterte.

Die ersten Worte: „Pumuckl neckt, Pumuckl versteckt, niemand entdeckt“ sprach damals schon Hans Clarin mit seiner charakteristischen Krächz-Stimme. Ganz nach dem Pumuckl-Motto „ui, das reimt sich - und was sich reimt ist gut“. Den gutmütigen bayerischen Meister Eder verkörperte in zahlreichen Hörspielen Alfred Pongratz.

Kommentare zu " 50 Jahre Pumuckl: Rechtsstreit um Pumckl verhindert Ausstrahlung"

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  • Ehre sei den beiden Erfinderinen, aber sie haben das wesentliche aus den Augen verloren - die Kinder. Ich wollte meinem kleinen Sohn Bücher von Pumuckl kaufen, da erfuhr ich von dem Rechtsstreit. Sehr sehr schade...

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