"50 Klassiker Unternehmen"
Pastakönige, Autobauer und Teehändler

Wie kam das finnische Unternehmen Nokia von der Gummistiefel-Produktion zur Herstellung von Handys? Wie schaffte es Barilla, die Konkurrenz zu überlisten und Pastaweltmeister zu werden? Und mit welchen Methoden band der tschechische Schuhkönig Bat?a seine Mitarbeiter an sich? Marken entwickeln sich weiter. Unternehmen werden mächtig, verzetteln sich, verschwinden vom Markt.

HB BERLIN. Andere müssen sich umorientieren oder werden von größeren Firmen geschluckt. Wirtschaftsgeschichte liest sich oft spannend wie ein Krimi - vor allem wenn sie so sinnlich aufbereitet ist wie in dem unterhaltsamen Wissensbuch "50 Klassiker Unternehmen".

Der Berliner Journalist Ingo Rose stellt 50 internationale Firmen in kurzen und vergnüglichen Essays vor. Sie sind Klassiker, haben Wirtschaftsgeschichte geschrieben und ihre Produkte sind - wie Coca-Cola oder Marlboro - zu Markenikonen geworden. Zu jedem Porträt gibt es eine Seite mit Zusatzinfos: Lesetipps, Daten, Fakten und Hinweise auf Ausstellungen. Das Schönste an dem Buch sind die historischen Abbildungen - wo sonst findet man so viele Visionäre mit Backenbärten und Koteletten. Zusatzwissen wird in unterhaltsamen Marginalien geboten. So erfährt man nebenbei, wie im Teehaus Twinings das englische Wort "tip" für Trinkgeld entstanden ist (to insure promptness - für rasche Bedienung) und wann die erste Rolltreppe vorgestellt wurde (1901 auf der Pariser Weltausstellung). Der Überblick beginnt im 15. Jahrhundert mit dem Handels- und Bankhaus Fugger. Den Schlusspunkt setzt das 1972 gegründete koreanische Firmenkonglomerat Hyundai.

Ingo Rose musste eine Auswahl treffen, und so fehlen einige weltbekannte Unternehmen und Erfinder. Seine Firmenessays betonen die Akzente, die ein Unternehmen positiv oder negativ auszeichnen: soziales Engagement oder aggressive Expansionspolitik, geniale Marketingmethoden oder geldgierige Bosse. Die Bandbreite ist groß: Sie reicht von Rémy Martin über Ikea und Dior bis Logistikfirmen wie P & O und High-Tech-Unternehmen wie Sony.

Kritisch sieht Rose globale Entwicklungen, die die Vielfalt und Transparenz des Marktes einschränken: So nimmt der Firmengigant Nestlé auf dem Sektor der Lebensmittelproduktion durch seine Größe eine kaum zu durchschauende Position ein. Und ein allgemeines Gut wie Wasser wird zunehmend von Konzernen wie dem französischen Unternehmen Veolia Water vermarktet. Dennoch könnte der Blick auf die Geschichte für Manager und Unternehmenschefs eher beruhigend wirken: Krisen gab und gibt es immer wieder, sie können ein Motor fürs Geschäft sein und zu neuen Ufern führen.

INGO ROSE: 50 Klassiker Unternehmen - von den Fuggern bis McDonald?s Gerstenberg, Hildesheim 2005, 257 Seiten, 19,95 Euro

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