52masterworks
Sammeln in der Crowd

Die erste schwarmfinanzierte Kunstsammlung will Kunst miteinander teilen, jedoch nicht umsonst. Anteilseigner werden ist nicht schwer. 250 Euro Mindesteinlage reichen bereits. Der Ausstieg ist schwieriger.

MünchenRückläufige Besucherzahlen, die Konkurrenz durch den Auktionshandel und Wettbewerbsverzerrungen infolge unterschiedlicher rechtlicher und steuerlicher Rahmenbedingungen haben das Geschäftsmodell Galerie in Deutschland in die Defensive gedrängt. Zugleich wird auf dem Kunstmarkt eine nie gesehene Geldmenge bewegt. Das bringt Akteure mit neuen Ideen auf den Plan. Einer von ihnen ist das „Crowdfunding-Portal“ „52masterworks.com“. Im März 2014 ging es an den Start, im Oktober 2015 mit einer kurzen Ausstellung an die Öffentlichkeit. Zeit für eine Zwischenbilanz.

„Wir sind die erste Crowd-Kunstsammlung weltweit. Beteiligen Sie sich an entwicklungsfähigen zeitgenössischen Kunstwerken und bauen Sie gemeinsam mit anderen eine einzigartige Kunstsammlung auf“, wirbt 52masterworks auf seiner Website. Dahinter verbirgt sich ein Kunstinvestment, mit dessen Hilfe der Interessent Anteile an Kunstwerken erwerben kann. 250 Euro beträgt die Mindesteinlage, was im Vergleich zu herkömmlichen Kunstfonds ein kleiner Betrag ist. Die Obergrenze liegt bei einer 49-prozentigen Beteiligung am Gesamtwert der Arbeit.

Thema Straßenkunst

Von der Ausgangsidee, 52 Meisterwerke jährlich zu akquirieren und in die Sammlung einzugliedern, ist man noch ein Stück weit entfernt. 18 Werke zeigte die am 15. Oktober 2015 mit einigem Aplomb vorgestellte Sammlung, verteilt auf drei Schwerpunkte: „Ausgezeichnete Meisterschüler“ bzw. junge Kunst „mit außergewöhnlichem Entwicklungspotential“, abgesicherte „internationale Größen der Gegenwartskunst“ und „herausragende Werke der Urban Art“ (Straßenkunst).

Veit Ziegelmaier, der bis Januar 2014 am Rupertinum in Salzburg tätig war, hat sich vorgenommen, sinnvolle Zusammenhänge zu stiften. „Am Anfang standen die ersten Kunstwerke vielleicht noch etwas heterogen nebeneinander. Aber mein Ansatz ist es, nicht einfach Bilder nebeneinander aufzureihen, sondern tatsächliche Verbindungen zu schaffen“, beschreibt der Art Director von 52masterworks seinen Auftrag.

Viermonatige Kollekte

Für 14 Arbeiten war das Geld laut Auskunft der Vertriebsdirektorin Katharina Christ bereits im Oktober eingesammelt, 16 sind es laut Christ Mitte Dezember. Darunter findet sich Christian Awes, mit 10.500 Euro ausgepreiste querformatige Leinwand, die sich nach viermonatiger Kollekte schließlich im Oktober 14 Sammler teilen. 750 Euro macht das pro Person im Schnitt, nicht genug, um das Werk des erfolgreichen Straßenkünstlers leihweise für ein halbes Jahr auch nach Hause zu tragen. Zehn Prozent des Gesamtwerts muss der Interessent schon investieren, um zumindest eine Zeitlang mit der quietschbunten Anschaffung leben zu können.

Schwerer hat es der viel strengere, zur Ausstellungseröffnung vorgestellte Neuzugang, ein Aquarell von Sean Scully. Es fällt zweifellos in die Kategorie „internationale Größen der Gegenwartskunst“ und soll 48.000 Euro kosten. Fünf Tage später sind drei Prozent des Gesamtwerts zusammen, 1.500 Euro, bewilligt von einem einzelnen Sammler.

Zeit zum „Closen“

„In der Tat benötigen wir aktuell für Werke in der Preisklasse um 50.000 Euro noch mehr Zeit zum ‚Closen’“, räumt die Vertriebschefin ein. Deshalb visiere man im kommenden Jahr verstärkt die „Entwicklung“ von Young Emerging Artists an, etwa Silke Markefka oder den gerade ins Programm aufgenommenen Peter Ruehle, für den auch eine Präsentation im BASEcamp Berlin/Unter den Linden geplant ist.

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Testlauf für die Galerie Klüser

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