76-Jährig
Jazz-Posaunist Albert Mangelsdorff gestorben

Der Jazz-Musiker Albert Mangelsdorff ist tot. Der Posaunist starb am Montag im Alter von 76 Jahren nach längerer schwerer Krankheit in seiner Heimatstadt Frankfurt/Main, wie die Stadtverwaltung bestätigte.

HB FRANKFURT. Mangelsdorff, einer der Erneuerer des deutschen Jazz nach dem Zweiten Weltkrieg, war Mitbegründer des United Jazz & Rock Ensemble. Berühmt wurde er mit seinem speziellen Stil auch in den USA. Mangelsdorff verlieh dem Posaunenspiel mit seiner Mehrstimmigkeit - den „Multiphonics“ - neue Dimension. Zwei Mal war Mangelsdorff auf Solo-Tournee in den USA - eine größere Auszeichnung kann es für einen europäischen Jazzer kaum geben. Zeitweise hatte er überlegt, in die USA überzusiedeln. Doch schließlich blieb er seiner Heimatstadt treu.

An der Seite seines drei Jahre älteren Bruders Emil war er schon im Alter von 12 Jahren dem Jazz verfallen. Beide hörten im Zweiten Weltkrieg die damals verbotene Musik der „Feindsender“. Nach dem Krieg wurde Mangelsdorff Berufsmusiker in einer Big Band, die vor allem in den Clubs der US-Armee spielte. Über die Gitarre und die Geige kam er schließlich 1947 zur Posaune. Der damalige Soloposaunist wurde Lehrer an der Frankfurter Oper. 1957 übernahm Mangelsdorff die Leitung des Jazz-Ensembles des Hessischen Rundfunks, 1961 gründete er sein eigenes Quintett, mit dem er im Auftrag des Goethe-Instituts durch Asien tourte. Am 5. September wäre Mangelsdorff 77 Jahre alt geworden.

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