Abgeräumt
Amy Winehouse dominiert Grammy-Gala

Amy Winehouse ist die große Gewinnerin der 50. Grammy-Verleihung in Los Angeles. Fünf der sechs wichtigsten Kategorien des amerikanischen Musikpreises konnte das Enfant terrible der britischen Popmusik für sich entscheiden. Nur in einer Königsdisziplin konnte ihr ein Oldie den Preis wegschnappen.

HB LOS ANGELES. In einer Show voller dramatischer Wendungen hat das Enfant terrible der britischen Popmusik, Amy Winehouse, die Grammy-Preisverleihung dominiert. Die Retro-Soul-Sängerin gewann fünf der wichtigsten Kategorien und wurde nur in einer Königsdisziplin, Album des Jahres, völlig überraschend vom Jazz-Musiker Herbie Hancock geschlagen. Rap-Star Kanye West erhielt vier der acht Preise, für die er nominiert war, und widmete sie in einer emotionalen Ansprache seiner im vergangenen Jahre verstorbenen Mutter.

Ein Hollywood-Drehbuch für das 50. Jubiläum der Grammy-Preisverleihung hätte nicht spannender geschrieben sein können: Winehouse, der die US-Regierung wegen ihrer Drogenprobleme zunächst das Visum für die Reise nach Los Angeles verweigert hatte, sang um vier Uhr morgens in einem kleinen Londoner Theater ihren Hit „Rehab“ - ein autobiografischer musikalischer Kurzbericht all ihrer Probleme im richtigen Leben. Der Auftritt wurde per Satellit ins Gala-Auditorium übertragen und Winehouse schien gerade in der Ironie des Textes ihres zweiten Liedes, „I'm No Good“, zu schwelgen.

Winehouse gewann mit ihrem zweiten Album „Back To Black“ die meisten Grammys des Abends: Der Song „Rehab“ triumphierte in den Kategorien beste Platte, bester Song und beste weibliche Gesangsdarbietung; „Back To Black“ erhielt die Auszeichnungen für bestes Pop-Album und die Künstlerin selbst wurde als bester Newcomer geehrt. „Ich bin so stolz auf dieses Album“, sagte Winehouse in einer Erklärung. „Ich habe mein Herz und meine Seele da hineingelegt, und es ist toll, dass es auf diese Art so anerkannt wird.“

Der 67-jährige Jazz-Virtuose Hancock schnappte ihr allerdings den wichtigsten Preis weg, für den sie nominiert war: Er erhielt die begehrte Auszeichnung „Album des Jahres“ für „River: The Joni Letters“. Es war das erste Mal seit 43 Jahren, das ein reines Jazz-Album in dieser genre-übergreifenden Kategorie gewann.

„Ich habe meinen Namen erst gar nicht gehört“, sagte Hancock. „Dann hörte ich das Wort „River', und ich fragte mich: „Ist das wahr? Passiert das gerade?'“ Der Präsident der die Grammys verleihenden Akademie der Musikindustrie, Neil Portnow, erklärte, beim wichtigsten amerikanischen Musikpreis gehe es nicht um Umsatzzahlen: „Es geht um musikalische Spitzenleistungen. Ich denke, das ist eine sehr respektable Wahl.“

Kanye West wäre wohl in jedem anderen Jahr der große Abräumer bei den Grammys gewesen. Er ging mit den meisten Nominierungen ins Rennen, gewann aber nur vier von acht - für sein Album „Graduation“, die Songs „Stronger“ und „Good Life“ sowie für sein Duett mit Common in „Southside“. West sang eine elektrisierende Version seiner Hits „Stronger“. Seine Preise widmete er seiner Mutter, die im vergangenen Jahr mit 58 Jahren nach einer Schönheitsoperation.

„Letzte Nacht habe ich dich in meinen Träumen gesehen, und jetzt kann ich es nicht erwarten, schlafen zu gehen“, sagte der Rapper. Mit den Buchstaben „MAMA“ in seine Frisur rasiert, sang er „Hey Mama“, das er aber von einem fröhlichen Lied in der Albumfassung in eine Hymne umarrangierte. Nachdem er den Grammy für das beste Rap-Album erhielt, versuchte das Orchester, ihn buchstäblich von der Bühne zu spielen. „Es würde von gutem Geschmack zeugen, die Musik zu stoppen“, sagte West und fügte hinzu: „Ich weiß, du würdest jetzt stolz auf mich sein, ich weiß, dass du wolltest, dass ich der Künstler Nummer eins in der Welt bin und Mama: Ich werde das alles erreichen, um dich stolz zu machen.“

Weitere Grammys gab es unter anderen für Bruce Springsteen, der in drei Kategorien gewann, die Foo Fighters, Justin Timberlake, Joni Mitchell, Robert Plant und Alison Krauss, Michael Bublé, die White Stripes sowie J.J. Cale, Eric Clapton und die Beatles. In der Show begeisterten Beyoncé und Tina Turner mit einem gemeinsamen Auftritt.

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