Abgründe der Leidenschaften - von Regisseur Kim Ki-duk
Neu im Kino: "Samaria"

Der koreanische Regisseur Kim Ki-duk (44) fing 1996 mit dem Filmemachen an und legte seitdem elf Spielfilme vor. Sie machten ihn zum wichtigsten asiatischen Regisseur einer jüngeren Generation.

Die Filme von Ki-duk wurden bei den großen Festivals ausgezeichnet - zuletzt in Venedig ("3-Iron"), davor erhielt "Samaria" in Berlin in diesem Jahr den Silbernen Bären. Kim Ki-duk ist ein Regisseur, der viel Kraft hat und seine Figuren gerne in tiefe Abgründe stürzen lässt. In "Samaria" (was soviel wie "Die Samariterin" bedeutet) erzählt er von einem Vater, einem verwitweten Kriminal-Beamten, der herausfindet, dass seine Tochter - sie heißt Yeo Jin und ist noch keine zwanzig -, der Prostitution nachgeht. Warum sie das tut, wird im Film entwickelt und erklärt, soll uns hier aber nicht weiter interessieren, es ist eine Tragödie für sich.

Wütend stellt er den Männern nach, bedroht sie, bringt einen von ihnen fast um, den zweiten tötet er tatsächlich, dann den dritten. Wie böse-tragisch diese Geschichte endet, die als eine fast harmlose Spielerei eines jungen Mädchens mit Männern angefangen hatte, erfährt die Tochter erst ganz am Schluss. Menschliche Leidenschaften werden ins Extrem getrieben: Fast ein Horrorszenarium wird entwickelt. Sogartig führt der Film in die Katastrophe. Wir begreifen, dass das Leben, so wie es ist, keineswegs den Träumen entspricht, die Kim Ki-duks Menschen im Kopf oder im Herzen haben. Und sind ob der Fallhöhe des Dramas erschrocken und betroffen.

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