Aboriginal Art
Wenig Resonanz in Australien

Bei der jüngsten Auktion von Aboriginal Art bei Deutscher and Hackett in Melbourne bleiben die Preise deutlich hinter den Erwartungen zurück.
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MelbourneNach der im März zu Ende gegangenen Ausstellung „Remembering Forward“ im Kölner Museum Ludwig erfreut sich die Kunst der australischen Ureinwohner in Deutschland neuen Interesses. Auf dem australischen Markt hingegen tut findet die 40 000 Jahre alten Kunsttradition gerade nur schwer zahlungskräftige Liebhaber. Crispin Gutteridge, Chef der Abteilung für Aboriginal Art beim Auktionshaus Deutscher and Hackett in Melbourne sagt: „Wir haben gerade einen absoluten Käufermarkt“.

Schwächelnde Nachfrage

Das kann man so sagen. Der Australian Indigenous Art Market 100 Index, der den Sekundärmarkt der Auktionshäuser für die wichtigsten eingeborenen oder „indigenen“ 100 Künstler Australiens misst, zeigt einen schon seit 2007 anhaltenden Sinkflug. Kamen damals von 1095 angebotenen Werken noch 681 zu einen Durchschnittspreis von 31.460 australischen Dollar unter den Hammer, sah es 2010 deutlich trüber aus: Von 911 Werken fanden nur 531 zu einem Durchschnittspreis von 13.368 Au$ einen neuen Besitzer.

Dieses Jahr lässt sich kaum besser an: Bei einer Auktion von 240 Werken durch Deutscher and Hackett in Melbourne am 18. Mai blieben viele Exponate hinter den Erwartungen zurück. Versteigert wurde nur 57 Prozent der angebotenen Stücke für knapp 1,25 Millionen Au$. Der Auktionator hatte im Vorfeld mit mindesten 2,7 Millionen Au$ gerechnet.

Jüngere Künstler sind gefragt

So waren in Melbourne vier große Werke der im Foyer des Museum Ludwigs zentral ausgestellten Emily Kame Kngwarreye im Angebot. „Untitled“ (164 x 228 cm) von 1992 erzielte mit netto 170.000Au$ tatsächlich mehr als die erwarteten 150.000 Au$. Doch ein auf 240.000 Au$ geschätztes Werk von 1995 wurde bei 160.000 Au$ zurück gezogen. Ein weiteres aus dem gleichen Jahr erzielte mit 80.000 Au$ nur etwas mehr als die Hälfte der erwarteten Summe. Besser erging es den Arbeiten jüngerer - und preisgünstigerer - Künstler: „All the Jila“ (168 x 111,5 cm) des 28 Jahre alten Daniel Walbidi beispielsweise übertraf mit 19.000 Au$ deutlich den gesetzten Mindestpreis. 

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