Abschied vom Free-TV
Letzte Gratis-Witze von Harald Schmidt

Harald Schmidt hat sich verabschiedet - aus dem Free-TV. Bald ist er beim Bezahlsender Sky. Seine letzte Sat.1-Show enthielt Anspielungen darauf, einiges Mittellustige und einen wirklich schwachen Moment des Meisters.
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KölnDer Begrüßungsapplaus ist deutlich stärker und länger als sonst. „Sehr aufmerksam“, sagt Harald Schmidt (54). Angekündigt worden ist er als der „ewige Entertainer“ - eine Anspielung auf das Gespräch im aktuellen „Spiegel“, in dem ihn sein ehemaliger Sidekick Herbert Feuerstein („Schmidteinander“) so nennt. Es wimmelt von Anspielungen in dieser letzten „Harald-Schmidt-Show“ auf Sat.1. Doch auch die können Schmidt nicht vor einer miesen Einschaltquote retten. Der Marktanteil liegt bei 5,3 Prozent, in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen sind es sogar nur 4,5 Prozent - das ist nicht einmal die Hälfte des Sat.1-Durchschnittswertes.

660.000 Zuschauer sehen am Donnerstagabend zu als Schmidt von einer schönen, erfolgreichen Zeit bei Sat.1 spricht. „Das sag ich heute ehrlich und ganz unverschlüsselt.“ Das bezieht sich, klar, auf seinen künftigen Arbeitgeber, den Bezahlsender Sky. Da gibt es dann keinen Quotendruck mehr, nur noch zahlende Abonnenten.

Kurzer Einspielfilm: In einer feierlichen Zeremonie wird die Sat.1-Flagge auf dem Studiodach eingeholt, während Schmidt in Kapitänsuniform salutiert. „Sie werden mich in der Uniform auch sehen beim Eröffnungsspiel in der Ukraine.“ Es folgen Scherze zu Fritz Wepper, der zwischen Gattin und Geliebter pendelt (ein Dauerbrenner bei Schmidt), Joschka Fischers Frau Minu Barati, deren Großmutter einen Kanarienvogel namens Joschka besaß, und in Kuba gefertigte Ikea-Möbel. So geht es immer los bei Harald Schmidt. Früher war das Kult, heute ist es eher Minderheitenprogramm.

Auftritt des ehemaligen WDR-Nachrichtensprechers Charly Wagner. Mit seiner unverwechselbar knarzenden Märchenonkelstimme liest er „Klassiker des Herrenwitzes“. So mittellustig. Dann sagt Harald Schmidt etwas darüber, dass man seine Zuschauer abholen müsse und er das heute auch wirklich getan habe. Einspielfilm: Harald Schmidt fährt bei einem Kölner Rentner-Ehepaar vor und chauffiert es selbst zum Studio. Muss er künftig auf ein neues Studio ausweichen, fragen die Gäste. Nein, bleibt alles beim Alten. Nur dass die Zuschauer eben ein Abo brauchen.

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Ein Moment der Schwäche

Kommentare zu " Abschied vom Free-TV: Letzte Gratis-Witze von Harald Schmidt"

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  • Man kann Harald Schmidt sehen wie man möchte; auch ich kann nicht über alles lachen, was dieser Mann zum Besten gibt. Für mich zeichnen Harald Schmidt aber zwei Eigenschaften aus, die ich so bei keinem anderen Fernsehmenschen sehe:
    1. Schmidt ist geistig unabhängig.
    2. Schmidt hat ein Repertoire von "ganz flach" bis "hoch intellektuell".
    Aufgrund seiner geistigen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit sollte man Harald Schmidt raten, die Anzahl seiner Auftritte zu verringern und wieder mehr auf Qualität zu setzen. Sein Publikum wird es ihm danken.

  • Was für ein schwacher enttäuschender Kommentar. Einfach lustlos Punkt für Punkt abgehakt. Ich dachte immer hier wäre Nievau. Traurig

  • Muss mich anschließen, finde die Kritik insgesamt auch wenig gelungen.
    Beispielsweise die Tatsache, dass Schmidt-Sendungen vor Sendetermin aufgezeichnet werden, ist nun wirklich keine allzu neue Erkenntnis - und auch nichts, das in der Sendung jemals unter den Teppich gekehrt worden wäre.
    Zudem fällt mir spontan auch keine Late-Night-Show (in Deutschland, den USA oder sonstwo) ein, bei der musikalische Gäste großartig thematisch eingebunden werden.

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