Ach, die Liebe
Neu im Kino: Woody Allens "Anything Else"

Zwei Drehbuch-Autoren begegnen sich. Der eine ist jung, frisch verliebt und fängt seine Karriere eben erst an. Der andere ist um die 60 und Lehrer im Hauptberuf.

Gerne läuft der Lehrer wild gestikulierend durch Manhattan und erzählt Witze, Anekdoten, kleine Geschichten. Ein netter Zeitgenosse. Ein bisschen nervig. Aber auch ein übler Zeitgenosse: voller Wut wird er später ein Auto zertrümmern, das vor ihm in eine Parklücke fuhr. Das ist WoodyAllen.

Er hat sich die Rolle eines älteren Herrn geschrieben, der noch immer kluge und witzige und treffende Sprüche von sich gibt. Seinem alten Thema ist er treu geblieben: der Liebe, oder sagen wir besser: der ironischen Beschreibung des Schlachtfeldes, auf dem sich zwei Menschen tummeln, die sich eben noch geliebt haben. Nur, er selber ist nicht mit von der Partie.

Der junge Autorenkollege aus der Fernseh-Redaktion erzählt ihm detailliert von seinen Problemen mit dem jungen Mädchen, in das er sich romantisch und unsterblich verliebt hat. Christina Ricci zeichnet sie als ein verzogenes, verlogenes, egoistisches Biest. Es geht um die kleinen und die großen Lügen, um die Täuschungen und Selbsttäuschungen, die sich in eine Liebe einschleichen - auf vergnügliche Weise und ironisch gebrochen durch die indirekte Erzählweise und die Kommentare Woody Allens. Man möchte dem jungen Mann (Jason Biggs) wünschen, dass er von dem Biest loskommt. Was am Ende auch so läuft. Erleichtert verlässt man das Kino.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%