Achenbach Art Sale: Kunstpaket aus insolventer Beratungsfirma

Achenbach Art Sale
Kunstpaket aus insolventer Beratungsfirma

Der „Achenbach Art Sale“ polstert die Frühjahrsversteigerung des Kölner Auktionshauses Van Ham auf. 1.500 Werke kommen in Köln und Düsseldorf zum Aufruf. Rund 100 ausgewählte Arbeiten werden von Sotheby’s London ausgeboten.
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DüsseldorfVan Ham und Sotheby’s werden die Kunstsammlung der Achenbach Kunstberatung GmbH in Geld verwandeln. Insgesamt sollen nach den Vorstellung von Insolvenzverwalter Marc d’Avoine, in den Frühjahrsauktionen ca. 1.600 Werke aus der Beratungsfirma des angeklagten Helge Achenbach unter den Hammer kommen. Ca. 1.500 Werke sicherte sich das Kölner Auktionshaus, darunter 100 bis 150 Arbeiten für die Abendauktion in Köln. Den Rest versteigert Van Ham in zwei Tagauktionen in Düsseldorf an einem Ort, der noch bekannt gegeben wird. Die Taxpreise bewegen sich zwischen niedrigen dreistelligen und höheren fünfstelligen Preisregionen. Sotheby’s London übernimmt ca. 100 ausgewählte Werke.

Mit zeitgenössischer Kunst macht Van Ham seit Jahren immer bessere Geschäfte. Allein im letzten Jahr entfielen auf das Segment allein 10 Millionen Euro Umsatz, ein Drittel des Jahresumsatzes. Diese Entwicklung war nach Einschätzung des Hauses ausschlaggebend für die Vergabe des Auktionsauftrages. Auch der attraktive Neubau soll eine Rolle gespielt haben.

Größeres Werkkonvolut von Immendorff

Sehr viel lässt Van Ham noch nicht über das dicke Kunstpaket verlauten. Von Skulpturen ist die Rede und von einem großen Spektrum an Formaten, von der kleinen Graphik bis zur großen Leinwand. Zu erwarten ist ein größeres Kontingent von Jörg Immendorff, mit dem Achenbach 1984 erstmals in geschäftlichem Kontakt stand. Es umfasst auch einige Skulpturen. Weitere Konvolute stammen von Markus Lüpertz, Georg Baselitz und Joseph Beuys. Neben Arbeiten ehemaliger Schüler der Düsseldorfer Kunstakademie, die Helge Achenbach nach Angaben der Pressemitteilung von Van Ham "aus Überzeugung förderte", wird die Offerte auch Werke von AR Penck, Daniel Richter sowie Fotokunst von Thomas Ruff und Thomas Struth beinhalten, den Achenbach 1976 bei einem Akademie-Rundgang kennen lernte.

6 Millionen Euro sollen mit der Versteigerung erzielt werden. Die Forderungen der ca. 100 Gläubiger gehen gegen die 40 Millionen Euro.

Der mehrbändige Katalog wird erst drei Wochen vor der Auktion vorliegen und dann auch online stehen. Versteigert wird im Anschluss an die Moderne- und Zeitgenossen-Auktionen vom 2. und 3. Juni 2015. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.

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