Achenbach verurteilt
19 Millionen Euro Schadenersatz für Aldi-Erben

Kunsthändler Helge Achenbach muss gut 19 Millionen Euro Schadenersatz an die Erben von Berthold Albrecht zahlen. Dazu hat ihn das Landgericht Düsseldorf verurteilt. Achenbach sei zu Aufschlägen nicht berechtigt gewesen.
  • 8

DüsseldorfDas Landgericht Düsseldorf hat den Kunsthändler Helge Achenbach verurteilt. Er muss Schadenersatz in Höhe von 19,36 Millionen Euro an die fünf Erben von Berthold Albrecht zahlen. Helge Achenbach und Berthold Albrecht hatten sich geeinigt, dass Helge Achenbach für den Ankauf von Gemälden und Skulpturen eine Provision in Höhe von fünf Prozent des Nettokaufpreises und für den Ankauf von Oldtimern eine Provision von drei Prozent des Nettokaufpreises erhalten sollte.

Ab 2007 erwarb der Kunsthändler dann 21 Kunstwerke zu einem Gesamtkaufpreis von 24 Millionen Euro und elf Oldtimer zu einem Gesamtkaufpreis von 48 Millionen Euro. Diese Kaufpreise habe er nicht in gleicher Höhe gegenüber Berthold Albrecht abgerechnet, sondern nach eigenem Ermessen einen Aufschlag vor genommen.

Damit habe Berthold Albrecht einschließlich Mehrwertsteuer für die Kunstwerke 33,65 Millionen Euro und für die Oldtimer 63,295 Millionen Euro an Achenbach gezahlt. Berthold Albrecht habe deshalb insgesamt 19,36 Millionen Euro zu viel gezahlt – 6,89 Millionen Euro für die Kunstwerke und 12,47 Millionen Euro für die Oldtimer.

Das Gericht stellte fest, dass Achenbach zu diesen Aufschlägen nicht berechtigt gewesen sei, weil er seinen Vertragspartner Berthold Albrecht nicht darüber informiert habe. Es sei lebensfremd und widersprüchlich, dass die Aufschläge Ausgleich für ein Rückgaberecht von Berthold Albrecht gewesen sein sollen.

In der Pressemitteilung des Gerichts heißt es: „Hätte es ein Rückgaberecht für die Kunst und die Fahrzeuge gegeben, hätte der Unternehmer Berthold Albrecht seine Angehörigen bei fortschreitender Verschlechterung seines Gesundheitszustandes darüber informiert.“ Ein in das Ermessen von Achenbach gestelltes Recht zum Preisaufschlag habe die Absichten von Berthold Albrecht konterkariert.

Albrecht wollte die Einkaufspreise marktangemessen halten und nicht durch Nennung seines Namens in die Höhe treiben. Die 6. Zivilkammer führte aus: „Kein wirtschaftlich einsichtiger Mensch und erst recht nicht eine Unternehmerpersönlichkeit, wie sie der Erblasser gewesen ist, hätte sich auf eine solche völlig undurchsichtige Preisgestaltung eingelassen.“

Seite 1:

19 Millionen Euro Schadenersatz für Aldi-Erben

Seite 2:

Aldi-Erben sind zufrieden

Kommentare zu " Achenbach verurteilt: 19 Millionen Euro Schadenersatz für Aldi-Erben"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%