Affordable Art Fair
Messe der Schnäppchenjäger

In elf Ländern gibt es Messen für erschwingliche Kunst. Seit zwei Jahren auch in Deutschland. Ort des Geschehens ist Hamburg. Dort eröffnet demnächst die dritte Ausgabe der "Affordable Art Fair". Kein Werk darf mehr als 7.500 Euro kosten.
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HamburgDie "Affordable Art Fair" scheint ein Erfolgsmuster zu sein, gerade weil sie sich von den internationalen Messen mit ihren hohen Preisen absetzt. 1999 wurde sie von dem Londoner Galeristen Will Ramsay gegründet. Inzwischen gibt es in elf Ländern 17 Messeableger mit einem Gesamtumsatz von 238 Millionen Euro. Die Hamburger Ausgabe, die vom 13. bis 17. November 2014 läuft, hat in diesem Jahr 75 Aussteller.

Die einzige deutsche Messe dieser Art findet in Hamburg statt, weil es in Norddeutschland eine geradezu chronische Unterversorgung gibt, wenn es um Kunstmessen geht. Die Messeleitung wollte klugerweise nicht mit dem überbordenden Angebot in München oder dem Rheinland konkurrieren. Ein zweiter Grund mag sein, dass es im Norden eine höhere Preissensibilität gibt, wenn es um Kunstkäufe geht. Da finden sich Messen mit einem hochpreisigen Angebot auf einem schwierigen Terrain. Günstig geht dagegen immer.

Niedrige Gewinnmarge

Kein angebotenes Werk darf teurer sein als 7.500 Euro, das kommt beim Publikum so kurz vor Weihnachten gut an. Allerdings dürfte es diesmal einige Irritationen geben, denn noch im vergangenen Jahr lag der zulässige Höchstpreis bei 5.000 Euro. Jetzt ist er erhöht worden, um den nicht nur aus Deutschland kommenden Galeristen die Finanzierung der Messe zu erleichtern. Für die teilnehmenden Galerien ist sie nämlich so teuer wie beispielsweise die Messe in Karlsruhe. Die Gewinnmarge ist also niedrig und die Masse muss den Umsatz tragen.

Das Käuferpublikum hofft deswegen auf Schnäppchenangebote, aber so einfach dürfte es nicht werden. Im vergangenen Jahr war die ‚Markenware’, waren also die Werke, deren Künstlername jeder kennt, schnell ausverkauft. Einen Jonathan Meese für 5.000 Euro, das schien tatsächlich ein Schnäppchen zu sein, seine Bilder waren in den ersten Stunden bereits verkauft.

‚Art Talks’ mit Kunstexperten wie Dirk Boll, dem Managing Director Continental Europe bei Christie’s und eine Ausstellung von ‚Emerging Artists’, die den Blick auf junge Talente lenken soll, ergänzen das Programm,. Dazu gehört auch ein Siebdruckworkshop.

„Affordable Art Fair“, 13. bis 16. November 2014, Messe Hamburg, Halle A3, täglich ab 11 Uhr, Do. bis 22 Uhr, Fr. bis 20 Uhr, Sa., So. bis 18 Uhr, Eintritt: 15 Euro, langer Donnerstag: 20 Euro

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