Alber Elbaz bringt Kleider sanft zum Schwingen: Modewelt braucht keine Superstars mehr

Alber Elbaz bringt Kleider sanft zum Schwingen
Modewelt braucht keine Superstars mehr

Die Modewelt verliert ihre Superstars, doch sie leidet darunter erstaunlich wenig. Im Schatten der Diven des Prêt-à- Porter hat sich ein Generationswechsel vollzogen. Dabei halten die stillen Stars die Fäden in der Hand.

HB PARIS/HAMBURG. Gianni Versace ist tot, Armani hat die 70 überschritten, und Hoffnungsträger Tom Ford den Bettel hingeworfen. Helmut Lang und Jil Sander sind seit ihrer Trennung von Prada auch nicht mehr dabei. Die Modewelt verliert ihre Superstars, doch sie leidet darunter erstaunlich wenig. Im Schatten der Diven des Prêt-à- Porter hat sich ein Generationswechsel vollzogen. Wie schon bei den gerade beendeten Kollektionspräsentationen der Damenmode in Mailand bestimmen auch bei den seit Montag in Paris laufenden Schauen für Herbst/Winter 2005/6 stille Stars die Choreografie. Obwohl sie nicht jeder kennt, halten sie die Fäden fest in der Hand.

Die heute 31-jährige Phoebe Philo rückte vor vier Jahren von der "Zweitbesetzung" zur Primadonna auf. Nachdem die in Paris geborene Engländerin als Assistentin ihrer Freundin Stella McCartney für das Modehaus Chloé gearbeitet hatte, wurde sie deren Nachfolgerin. Mittlerweile sind ihre Entwürfe noch begehrter als die der Beatles- Tochter. Philos romantische wie auch sexy geschnittene Entwürfe treffen exakt den Geschmack junger Frauen. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre stieg der Verkauf bei Chloé um das Fünffache. Künftig soll es auch Babymode von der wie ein Model wirkenden Designerin geben: Im Dezember kam ihre Tochter Maya zu Welt.

Bei Stella McCartney (33) schien es zunächst, als werde sie ein "Superstar". Bei ihrer Modenschau zum Abschluss des Central St. Martins College in London (das auch Phoebe Philo besucht hat) führten Top-Models wie Kate Moss und Naomi Campbell die Kleider vor. Nachdem McCartney 1997 für Chloé angeheuert wurde und ab 2001 eine eigene Linie herausbrachte, ging der Rummel um Prominente wie Stellas Vater Paul, Liv Tyler oder Gwyneth Paltrow im Publikum weiter. McCartneys Modeauffassung ähnelt der Philos, allerdings kommt etwas Rock'n'Roll dazu. Nie verarbeitet die strenge Vegetarierin dabei Tierhaut. Neben ihrer eigenen Kollektion entwirft die Britin seit kurzem auch modische Sportkleidung für Adidas.

Kaum einer kann Kleider so sanft zum Schwingen bringen wie der 43- jährige Alber Elbaz. Der rundliche Mann mit der Brille gilt als hoch begabt. Nachdem er in New York sieben Jahre lang als Assistent des legendären Geoffrey Beene tätig war, arbeitete er als Chefdesigner für Guy Laroche und wurde 1998 von Yves Saint Laurent zu dessen Nachfolger erwählt. Knapp zwei Jahre später - nach der Übernahme durch Gucci - war dort für ihn Schluss. Und das obwohl Elbaz, der in Casablanca geboren wurde und in Israel aufwuchs, es vermag, den Stil einer Marke zu respektieren und dennoch eigenständig zu bleiben. Seit über drei Jahren entwirft er erfolgreich für Lanvin.

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