Albert Uderzo
Asterix-Schöpfer wird 80

Seit knapp 50 Jahren schickt Albert Uderzo seine tapferen und trinkfreudigen Gallier durch die Welt. Zuletzt ließ er das eigenwillige Duo sogar gegen Außerirdische kämpfen - verrückte Abenteuer von Asterix und Obelix, von denen der geistige Vater der weltbekannten Comic-Figuren noch viele weitere erfinden will.

HB PARIS. „So lange ich noch kein Bein im Grab habe, mache ich weiter. Asterix und Obelix sind Teil meines Lebens. Es sind meine Kinder, die mich zudem gut ernähren“, sagte der erfolgreichste lebende Comic-Zeichner der dpa. Uderzo, der am kommenden Mittwoch (25. April) 80 Jahre alt wird, hat bereits die nächste Idee für ein neues Album im Kopf.

„Die Arbeit macht mir Spaß und so lange meine Geschichten auch den Lesern Freude bereiten, zeichne und texte ich weiter“, meinte der im französischen Fismes geborene Sohn eines italienischen Geigenbauers. Entstanden ist die Idee des drolligen Gallier-Duos im August 1959, in einem Bistro in Paris. Zusammen mit seinem Freund und Comic-Autor René Goscinny brachten sie in nur 15 Minuten die zu Nationalhelden gewordenen Comic-Figuren zu Papier. „Wenn wir unseren Erfolg geahnt hätten, hätten wir uns vielleicht etwas mehr Zeit gelassen“, erzählte Uderzo.

Die Schmunzelabenteuer der Sippe um Asterix haben die beiden Comic-Autoren zu Millionären gemacht. Weit mehr als 320 Mill. Exemplare sind bis heute verkauft worden; der gallische Witz ist in rund 100 Sprachen und Dialekten übersetzt worden. Bis 1977, dem Jahr in dem Goscinny starb, veröffentlichte das rastlose Duo 22 Alben. Als Zeichner und Texter setzte Uderzo das einträgige Gallier-Unternehmen fort - jedoch in einem langsameren Rhythmus.

„Natürlich fällt mir das Zeichnen leichter als das Texten. Immerhin greife ich schon seit 62 Jahren zum Bleistift“, sagte Uderzo, der sich aber auch bewusst Zeit nimmt für seine Alben. „Ich will ja auch noch leben. Aber heute spielt das Alter natürlich auch eine Rolle. Ich schone mich, denn ich habe nicht mehr dieselbe Kraft wie früher.“

Comiczeichner zu werden war schon als Kind sein Traum. „Ich war fasziniert von Mickey Maus und Donald Duck. In meinen Tagträumen sah ich mich im Disney-Studio neben Mickey sitzen.“ Heute ist er jedoch froh, nicht in den amerikanischen Studios gelandet zu sein. „Ich liebe meine Unabhängigkeit - so wie Asterix.“ Seine Farbenblindheit war nie ein Handicap gewesen. Schon als Junge habe er gelernt, damit umzugehen - und zwar auf ganz simple Art und Weise. „Ich habe mir einfach meine Stifte markiert. Doch ich koloriere schon seit langem nicht mehr selber.“

Ob er sich mit einer der beiden Figuren identifiziert? Nicht wirklich. „Die Presse schrieb mir immer den dicken Obelix zu, auch früher schon, als ich noch schlang und rank war. Warum, weiß ich wirklich nicht.“ Woher er die Ideen für die ständig neuen Abenteuern des kleinen Asterix und seines Hinkelstein tragenden Freundes nimmt, ist ihm selber rätselhaft. „Das ist wohl die Alchimie des Gehirns. Denn einen Zaubertrank dafür habe auch ich noch nicht erfunden."

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