Albrecht Neuhaus
Händler mit den Augen eines Sammlers

Albrecht Neuhaus ist am Samstag gestorben. Der bedeutende Kunsthändler mit dem Blick für erlesene Gemälde, Skulpturen und Möbel war Impulsgeber für mehrere Generationen von Sammlern, Museumsleuten und Händlern.
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BerlinAlbrecht Neuhaus war die Instanz im deutschen Kunsthandel, wenn es um das Beste französischer und deutscher Künstler ging. Möbel, Gemälde, Skulpturen, Bronzen und Boiserien haben ihn bis zuletzt beschäftigt. Über der Arbeit an seinem Stand auf der Tefaf (The European Fine Art Fair) in Maastricht, ist der Würzburger Generalist am Samstag seiner schweren Krankheit erlegen.

Am 21. März 1936 als Sohn eines Apothekers geboren, hatte auch Albrecht Neuhaus  zunächst diesen Beruf ergriffen. Doch es zog ihn unwiderstehlich zur Alten Kunst, seit ihm als Fünfjährigem drei römische Münzen mit dem Bildnis Alexanders des Großen geschenkt wurden. Nach Lehrjahren im Skulpturenhandel eröffnete er 1965 eine Kunsthandelsfirma in Würzburg.

Leidenschaftlich kenntnisreich

In den folgenden 47 Jahren wurde er zu einer Symbolfigur des deutschen Kunsthandels. Bei zahlreichen Messegründungen war er Impulsgeber. Als Geschmacksbildner hat er viele Sammler begleitet, zuletzt noch den Dresdner Augenarzt Frank Knothe, der durch ihn zum Gemäldehändler wurde. „Jedes Kunstwerk habe ich mit dem Auge des Sammlers“ gekauft, hat er einmal die Frage beantwortet, was die Grundlage  seines Wirkens sei.

Dem braven Tabernakelsekretär, der auf den Messen der siebziger und achtziger Jahre reüssierte, hat er schon früh das raffinierte Ebenistenstück des 18. Jahrhunderts gegenübergestellt, darunter immer wieder Paradestücke von Roussel und Roentgen.

Initiator der „Orangerie“

Unvergessen ist sein Engagement für die 1982 gegründete Berliner Kunstmesse „Orangerie“, die ja bis heute mit ihrem Epochen-Konzept die geschmackprägendste aller Messen war. Zwei Sammlergenerationen hat Albrecht Neuhaus, das bibelfeste fränkische Urgestein, erzogen, drei Händlergenerationen miterlebt. Bis zuletzt hat er die nicht so ganz übertriebene Überzeugung vertreten, dass der deutsche Kunsthandel oft mehr für die Pflege der Alten Kunst getan hat als die Museen. Über alle Maßen kollegial und menschlich geschätzt von allen, die mit ihm zu tun hatten, hinterlässt  er eine schmerzliche Lücke im deutschen Kunsthandel, dem es an hochqualifiziertem Nachwuchs mangelt.

 

Auf der am Freitag beginnenden Tefaf (15.-24.3) findet sich der Kunsthandel Albrecht Neuhaus auf Stand 218.

Den ausführlichen Nachruf lesen Sie am Freitag, 15.März 2013 auf den Kunstmarktseiten im Handelsblatt.

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