Alte Kunst
Erotisches zu Rubens' Zeiten

Die Altmeisterofferte von Lempertz hat zwischen Goldgrundmalerei und Düsseldorfer Malerschule einige Höhepunkte im Programm. Interessantestes Los aus dem Kunstgewerbeangebot ist eine Barometeruhr aus dem 18. Jahrhundert.
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KölnIm breiten Altmeisterangebot des Kölner Traditionshauses Lempertz am 16. Mai 2015 gibt es einige Höhepunkte, die nicht immer mit Hochpreisen verbunden sind. Das beste Bild der Auktion ist ein Flügelaltar des Antwerpener Meisters van Hoogstraeten aus einer belgischen Privatsammlung, der ursprünglich aus der Sammlung des Wagner-Förderers Otto Wesendonck kam. Die Mitteltafel zeigt die Anbetung mit musizierenden Engeln, auf den Seitenflügeln sind die Hl. Katharina und in die Hl. Barbara in Ganzfigur dargestellt. Das museale Triptychon ist auf moderate 200.000 bis 240.000 Euro angesetzt.

Eine „Landschaft mit Apoll und Marsyas“, die von der Fachwelt seit den 1990er-Jahren Nicolas Poussin zugesprochen wird, hat eine Taxe von 300.000 bis 400.000 Euro. Eine vergleichbare, aber sehr viel hellere Komposition hängt im Musée Condé in Chantilly.

Angelica und der Einsiedler

Die Auktion beginnt mit italienischen Goldgrundgemälden. Mit einer in Tempera auf Holz gemalten Felsmadonna hat sie die attraktive Komposition eines Leonardo da Vinci nahe stehenden Künstlers anzubieten, für die 130.000 bis 150.000 Euro erwartet werden. Das Tafelbild wurde von Wilhelm Suida dem „Leonardesco“ Andrea Solario zugeschrieben; jetzt hat es die objektivierende Einordnung als „norditalienischer Meister“ des frühen 16. Jahrhunderts, was seine Qualität nicht mindert.

Von hoher malerischer Qualität ist ein als „Rubens, Werkstatt“ katalogisiertes erotisches Tafelbild „Angelica und der Eremit“. Es wiederholt ein Gemälde des Antwerpener Meisters im Kunsthistorischen Museum Wien (75.000 bis 100.000 Euro). Ein auf 90.000 bis 100.000 Euro angesetztes Bildnis eines Mannes mit Verlobungsring von Ambrosius Benson war 1999 im Maastrichter Messestand der Kölner Galerie Edel mit 415.000 Euro beziffert. Eine schöne Blumenvase in Nische von Balthasar van der Ast, der in den Middelburgher Bosschaert-Kreis einen neuen, weniger statischen Typus von Blumenmalerei eingeführt hat, ist mit 100.000 bis 120.000 Euro vorsichtig taxiert. 1980 hat es in einer Christie's-Auktion umgerechnet 161.000 DM erlöst.

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