Alte Kunst
Ohne Krisenabschläge verkauft

Das seltene Prunk-Kabinett aus der Werkstatt des Sonnenkönigs kostet 4,6 Millionen Pfund und ist damit das viertteuerste "alte" Möbel in der Auktionsgeschichte. Die Erlöse zeigen die Zuversicht bei Käufern von Alter Kunst und Kunsthandwerk - teure Rückgänge aber auch, wie wählerisch und vorsichtig die Käufer sind.
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LONDON. Mit einer exzellenten Skulpturenauktion bei Sotheby?s, deren erwartetes Spitzenlos eine mit Gold akzentuierte Bronze von Antico wurde, und dem Verkauf des "Cucci-Kabinetts" bei Christie?s bewiesen die Käufer von Alter Kunst und Kunsthandwerk ihre Zuversicht - aber sie zeigten auch, wie wählerisch und umsichtig sie in den hohen Preisregionen sind.

Christie?s nahm für seine neue Kategorie "500 Jahre Dekorativer Kunst" 7,8 Millionen Pfund ein, versteigerte 95 Prozent nach Wert, aber nur 65 Prozent nach Losen - mehr als die Hälfte davon, 4,6 Millionen Pfund oder 5 Millionen Euro entfielen davon auf das grandiose Prunkkabinett aus der Werkstatt des Sonnenkönigs. Das in den Gobelin-Werkstätten konzipierte Prunkmöbel war üppig mit vergoldeten Skulpturen und Pietra-Dura-Plaketten geschmückt, die Werkmeister Domenico Cucci nach Paris gebracht hatte. Die "Chance, die nur einmal im Leben kommt", so Christie?s Experte Marcus Rädecke, wurde von einem anonymen Käufer wahrgenommen. Es gibt nur noch ein Paar von solchen Prunkschränken Cuccis im englischen Schloss Alnick Castle.

Das von der spanischen Bankiersfamilie March verkaufte Möbel stand 40 Jahre lang in ihrer Residenz auf Mallorca. Nun ist es das viertteuerste "alte" Möbel der Auktionsgeschichte: Nach dem Badminton Kabinett Fürst Adams von Liechtenstein (19 Millionen Pfund), der Versailler Riesener Kommmode aus der Rothschild Collection (7 Millionen Pfund) und einer 2005 bei Artcurial für 6,8 Millionen Euro versteigerten Louis-XV-Kommode mit Sévres-Platten.

Weniger Glück hatte der teuerste Rückgang der Auktion. Ein auf 700 000 bis eine Million Pfund geschätztes Kommödchen aus dem Schlafzimmer der französischen Königin Marie Leczinska aus Fontainebleau - ein feines Rokokomöbel, aber zu teuer.

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