Alte Kunst und Moderne
Der Erfolg des apokalyptischen Reiters

Die Galerie Bassenge profitiert von der Bereitschaft, viel Geld in wertbeständige Kunst zu investieren. Viele Klassiker der Moderne können weit über ihren Schätzwerten abgesetzt werden. VON CHRISTIAN HERCHENRÖDER
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BerlinFast alle deutschen Auktionshäuser verbuchen mit ihren Frühjahrsversteigerungen rasante Umsatzsteigerungen. Auch das Berliner Auktionshaus Bassenge ist mit seinen Einnahmen in Höhe vonfünf Millionen Euro erfolgreicher als im letzten Jahr. Eine gute Figur machten sogar die vorausgegangenen Buchauktionen, die 2,2 Millionen Euro einspielten. Die wirkungsvollsten Gefechte entbrannten jedoch für die Kunst des 15. bis 19. Jahrhunderts. Hier sorgten internationale Sammler in zügigen Bietschritten für ungewöhnliche Preissteigerungen. Im Ergebnis konnten so 85 Prozent nach Wert verkauft werden.

Nahezu lückenlos absetzen ließ sich die Passage mit Dürer-Graphik. Zum Top-Los der Passage avancierte ein restauriertes Exemplar des Holzschnitts „Die apokalyptischen Reiter“. Ein Bielefelder Privatsammler übernahm das Blatt zum hohen Preis von 24.000 Euro ohne Aufgeld. Geschätzt war es auf 15.000 Euro.

Schlag auf Schlag kam es dann zu einer Serie außergewöhnlich hoher Zuschläge. Es begann mit G.B. Cavalieris Kupferstich „Die Schlacht an der milvischen Brücke“. Das von zwei Platten gedruckte Exemplar stieg von geschätzten 6000 auf 14.000 Euro. Anschließend wurde die Folge der Sieben Weltwunder von Crispijn de Passe für 8000 statt der geschätzten 2400 Euro vom Amsterdamer Rijksprentenkabinett ersteigert.

Bei Rembrandt gab es Höhepunkte und Enthaltungen. Hier waren vor allem deutsche und schweizerische Sammler aktiv. Die teuersten von deutschen Bietern erworbenen Blätter wurden das rare „Selbstbildnis mit Barett, en face“ mit 19.000 Euro und „Die Windmühle“ aus der Sammlung des Rembrandt-Forschers G. Biörklund mit 40.000 Euro.

Beim 18. Jahrhundert schossen zwei Ansichten Bernardo Bellottos von Pirna und Warschau mit 11.000 und 12.000 Euro weit über ihre Schätzungen hinaus. Marco Pitteris Bildnisse der Zwölf Apostel übernahm bei 14.000 Euro New Yorker Handel. Dass bei kalifornischen Sammlern Werke des deutschen 19. Jahrhunderts hoch im Kurs stehen, zeigten unter anderem die zwölf Kupferstiche nach Goethes „Faust“ von Peter Cornelius. Sie erzielten 7500 Euro, das Doppelte der Taxe.

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