Alte Meister
Hoher Umsatz trotz schlechter Verkaufsquote

Das österreichische Auktionshaus Dorotheum erzielt mit seiner Herbstofferte das zweitbeste Ergebnis seiner Geschichte. Der Löwenanteil vom Umsatz des in Wien ansässigen Unternehmens geht auf das Konto Alter Meister. Viele Lose gehen jedoch zurück.
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WienDer Auftakt zur dritten Auktionswoche in 2014 (21. bis 23.Oktober) im Dorotheum verlief überaus zufrieden stellend. Das Wiener Auktionshaus hatte die an Güte besseren Kandidaten der Sparten Alte Meister, Gemälde des 19. Jahrhunderts sowie Antiquitäten nebst Juwelen ins Rennen geschickt. Trotz der Verkaufsquote für Alte Meister von nur 39 Prozent summierten sich die Besitzerwechsel am Ende des ersten Tages auf 9,4 Millionen Euro, das zweitbeste Spartenergebnis seit Frühjahr 2010. Damals erzielte das österreichische Unternehmen den Rekordumsatz von 13,89 Millionen. Knapp sieben Millionen Euro entfielen davon allein auf das Himmel-Hölle-Szenario von Frans Francken II.

Aktuell setzte sich das Bild „Der Narrenhandel“ (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen Euro) an die Spitze. Ein belgischer Käufer bewilligte 3,03 Millionen Euro (inkl. Aufgeld). Der Weltrekordpreis für den Künstler war vorprogrammiert. Denn bei dieser Satire auf die Torheit der Menschen handelt es sich um das erste dem bis 1570 in der Provinz Antwerpen tätigen Frans Verbeeck zugeordnete Gemälde, das über eine Auktion auf den Markt kam. Auf Platz zwei hievte ein Telefonbieter den aus Privatbesitz stammenden Tondo „Hochzeitstanz im Freien“ von Pieter Brueghels II. Er kam mit 419.300 Euro über den Schätzwert von 200.000 bis 300.000 Euro.

Globus in goldenem Gestell

Anderntags standen Antiquitäten auf dem Programm. Sie konnten zu 50 Prozent abgesetzt werden und fuhren insgesamt 1,6 Millionen Euro ein. Das Titel-Los des Katalogs, eine im Barock aus Sandstein gehauene Skulptur in Form einer Waffentrophäe (Tropaion), gefiel im Bereich der Erwartungen. Ein Bieter aus dem benachbarten Ausland setzte 56.250 Euro für die Plastik ein, die einst am Dachfirst von Schlössern wie der Gloriette in Schönbrunn oder dem Prager Burghof vom militärischen Ruhm eines Monarchen kündete.

Aus französischem Adelsbesitz stammte wiederum ein außergewöhnlich großer, 1871 in Berlin gefertigter Bibliotheksglobus in einem geschnitzten und gold gefassten Prunkgestell. Eine ähnliche, allerdings zehn Jahre ältere Variante nennt das National Maritime Museum Greenwich sein Eigen. Im April 2007 hatte es ein vergleichbarer Globus in besserem Erhaltungszustand im Dorotheum auf stattliche 96.000 Euro gebracht. Der aktuelle Schätzwert belief sich auf 30.000 bis 50.000 Euro. Ein österreichischer Privatsammler setzte sich gegen einen deutschen Konkurrenten erst bei 62.500 Euro durch. Es war der höchste in der Sektion Antiquitäten verzeichnete Zuschlag der Woche immerhin.

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