Alte Meister in New York

Zu aggressive Taxen auf einem schrumpfenden Markt

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Christie's mixt zukünftig mit der Moderne
Die „Dornenkrönung“ des französischen Caravaggio-Nachfolgers Valentin de Boulogne (um 1591-1632) aus der Sammlung Taubman. Das Gemälde, das zuvor im Detroit Museum of Art hing, erzielte 5,18 Millionen Dollar (Taxe: 1,5 bis 2 Millionen Dollar). Quelle: Sotheby's
Dramatisch ausgeleuchtet

Die „Dornenkrönung“ des französischen Caravaggio-Nachfolgers Valentin de Boulogne (um 1591-1632) aus der Sammlung Taubman. Das Gemälde, das zuvor im Detroit Museum of Art hing, erzielte 5,18 Millionen Dollar (Taxe: 1,5 bis 2 Millionen Dollar). Quelle: Sotheby's

Sotheby’s bespielte zum ersten Mal den traditionellen Altmeistertermin im Januar allein. Nach einigen enttäuschenden Januarrunden, in denen auch an neue Sammler gerichtete Sonderkataloge „Renaissance“ nicht viel ausrichteten, zog Christie’s in einem schrumpfenden Angebot die Bremse. Alte Meister werden sich am 14. April zu Antiken, Skulptur, Kunstgewerbe und natürlich Kunst des 20. Jahrhunderts in der neu geschaffenen „Classic Art Week“ gesellen.

Aus dem Detroit Museum of Art abgezogen

Sotheby’s bot dagegen am 27.1.2016 in einer zusätzlich anberaumten Abendauktion 67 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen der Renaissance bis ins frühe 19. Jahrhundert aus dem Nachlass des im letzten Jahr verstorbenen ehemaligen Sotheby’s-Chairman A. Alfred Taubman an. Auch hier fanden nur die Besten neue Besitzer und 50 Zuschläge spielten gerade einmal 24,1 Millionen Dollar ein (das sind 20 Millionen Dollar netto, unter den erwarteten 21,2 Millionen Dollar netto).

In den Augen von Experten war Taubman kein sehr kultivierter Sammler. Als seine fast ausschließliche Quelle nutzte er den 1983 erworbenen Versteigerer Sotheby’s. Immerhin fünf Werke seiner Sammlung brachten es als Dauerleihgaben an die Wände des Detroit Museum of Art, dem er sehr verbunden war. Nach seinem Tod wurden sie abgezogen. Zu dieser Gruppe gehörte die dramatisch ausgeleuchtete „Dornenkrönung“ des selten angebotenen französischen Caravaggio-Nachfolgers Valentin de Boulogne (um 1591-1632). Um sie stritten sich zwei private Sammler bis zu 5,18 Millionen Dollar (Taxe 1,5 bis 2 Millionen Dollar).

Verlust durch garantierte Lose

Zu den nach Qualität und Erhaltungszustand besten Bildern der Auktion gehörte die nächtliche Szene eines sehr jugendlichen Jesus mit Gelehrten im Tempel (um 1630) des Niederländers Matthias Stomer. Hier griff ein italienischer Händler bei 2,65 Millionen Dollar für einen privaten Kunden zu (Taxe (1 bis 1,5 Millionen Dollar). Nicht überraschend sprang Bernardo Bellottos frühe Ansicht des Canale Grande vom Campo di San Vio nach Osten (1742) auf 3,01 Millionen Dollar. Geschätzt war sie auf 1,5 bis 2,5 Millionen Dollar.

Veduten sind als Publikumslieblinge bewährt. Die Gesamterträge für die Taubman-Sammlung addierten sich nach dieser letzten Sonderversteigerung auf 462 Millionen Dollar. Die restlichen etwa 200 Werke sollen nun in gemischte Auktionen eingespeist werden. Man erinnere sich, Sotheby’s bewilligte den Erben für über 500 Werke eine Garantiesumme von 515 Millionen Dollar. Nach offiziellen Angaben beziffert das Haus den Verlust an Garantien mit etwa 3 Millionen Dollar.

Altmeisterauktionen bei Sotheby’s:

Sammlung Taubman am 27. Januar 2016: 24,1 Millionen Dollar inkl. Aufgeld für 50 Lose

Zuschlag nach Losen: 75 Prozent

Ergebnis nach Wert: 88,5 Prozent

Master Paintings am 28. Januar: 53,47 Millionen Dollar für 31 Lose

Zuschlag nach Losen: 50,8 Prozent

Ergebnis nach Wert: 76,1 Prozent

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