Alte Meister
Rekordpreise für Gemälde alter Meister

Im Kölner Auktionshaus Lempertz bediente sich eine internationale Händler- und Sammlerschar mit marktfrischen Werken alter Meister aus deutschem Privatbesitz.
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KölnEs war ein fulminanter Erfolg: In der wichtigsten deutschen Altmeisterauktion seit Jahrzehnten wurden bei Lempertz am 12. Mai allein über 60 Gemälde aus dem Nachlass des südwestfälischen Unternehmers Gerhard Frank versteigert.

Dieser Bilderhort war eine der typischen deutschen Sammlungen der siebziger und achtziger Jahre, in der kaum ein gängiger Name aus dem Goldenen Zeitalter niederländischer Malerei fehlt. Schon die zwei teuersten Bilder der Versteigerung erzielten mehr, als sonst die gesamte Auktionsserie Alter Kunst einspielt: 5,6 Millionen Euro.

Insgesamt wurden für die Alten Meister und Werke des 19. Jahrhunderts brutto 16 Millionen Euro eingenommen, rund neun Millionen Euro entfallen auf die Sammlung Frank. Mit dem Kunstgewerbe summiert sich der Gesamterlös für die Alte Kunst damit auf 19,3 Millionen Euro.

Ein Markttriumph des alten Geschmacks, wenn auch durchtränkt mit Abstinenz bei weniger herausragenden Werken ehemals begehrter Meister wie Jan Steen, Gabriel Metsu, David Teniers, Jan Miense Molenaer, Cornelis Dusart - beschauliche Genremalerei, die nicht mehr den Nerv unserer Zeit trifft.

Wie immer gab es zahlreiche Telefongebote, aber eine internationale Händlergruppe war im Saal: die Altmeisterhändler Johnny van Haeften (London), Roman Herzig (Sanct Lucas, Wien) und Bob Haboldt (Paris) saßen demonstrativ nebeneinander. Van Haeften trat als Hauptbieter der Auktion in Erscheinung.

Er ersteigerte das teuerste Bild, Gerard Dous Allegorie der Malerei, die einst in der Wittelsbacher Sammlung hing und 1981 von der Galerie Sanct Lucas für 300.000 DM angeboten wurde, für 3,78 Millionen Euro brutto. Es ist damit das teuerste jemals in Deutschland versteigerte Altmeistergemälde.

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