Alter Meister
Weltrekord für die Dummheit

3 Millionen Euro hat sich ein Bieter aus Flandern eine Satire auf die menschliche Torheit kosten lassen. Schöpfer des Bildes ist der in Mechelen tätige Frans Verbeeck; Ort des Geschehens heute das Wiener Auktionshaus Dorotheum.
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WienIn Wien wurde bei der Altmeisterauktion im Dorotheum zum ersten Mal ein zweifelsfrei dem flandrischen Maler Frans Verbeeck (1510-1570) zugeschriebenes Gemälde versteigert - und dies zum Höchstpreis. Bei 2,6 Millionen Euro fiel für das Bild mit dem Titel "Der Narrenhandel" der Hammer. Mit Aufgeld musste der in Flandern beheimatete Käufer 3,03 Millionen Euro für die Satire auf die menschliche Torheit bezahlen.

Bis etwa 1600 waren Signaturen nicht üblich. Man verstand sich wohl eher als Handwerker, denn als Künstler, erläuterte der Dorotheums-Experte Alexander Strasoldo im Vorfeld der Auktionswoche (21. bis 23.Oktober 2014). Das erklärt, warum Arbeiten, die in Ateliers wie dem Verbeecks entstanden, bisher nur ihm oder seiner Werkstatt zugeschrieben werden können.

Weitverzeigte Malerdynastie

Frans Verbeeck ist der berühmteste Vertreter weitverzweigten Malerdynastie Verbeeck. Er war in der Provinz Antwerpen in Mechelen tätig. Mangels Referenzwerten war der Weltrekord im Dorotheum vorprogrammiert, auch wenn die Taxe mit 900.000 bis 1,2 Millionen Euro eher ambitioniert schien. Letztlich trieb eine Gruppe von Interessenten die Gebote weit über diesen Schätzwert hinaus. Die Brüsseler Dorotheums-Repräsentantin und ihr Assistent lieferten sich mit ihren Telefonbietern ein veritables Duell. 2007 hatte im Dorotheum eine kleinere Version des Motivs 160.000 Euro ohne Aufgeld erzielt. Sie war allerdings nur mit einer „Zuschreibung“ ausgestattet.

Mit einem Tagesergebnis von 9,4 Millionen Euro für die Alten Meister verzeichnete das Dorotheum aktuell das zweitbeste Spartenergebnis in der Geschichte des Unternehmens.

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