Alternative Bestsellerliste
Bücher geben Aufschluss über Firmen

"Zeige mir Deinen Einkaufskorb und ich sage Dir, wer Du bist." Das scheint nicht nur für die Konsumforschung zu gelten. Auch die "Einkaufslisten" von Unternehmen lassen zuweilen tief blicken. So etwa die Bestsellerliste der von Firmen georderten Bücher.

FRANKFURT. Danach steht das Thema Arbeitsplatzsicherheit offensichtlich ganz oben auf der Agenda. Simple Gesetzessammlungen zum Thema Arbeitsrecht sind der Renner in den Firmen.

"Es gab einige Änderungen beim Kündigungsschutz. Die wollen viele Mitarbeiter angesichts der Angst vor dem Jobverlust wohl gerne auf ihrem Schreibtisch haben", interpretiert Christian Preuss Neudorf, der Geschäftführer des Kölner Mediendienstleisters VUB Printmedia, die Daten. Das Unternehmen hat die etwas andere Bestsellerliste rechtzeitig zur Mittwoch gestarteten Buchmesse erstellt.

Und die lässt durchaus erkennen, wie sehr sich unsere heutige Arbeitswelt verändert. So findet sich auf Platz drei ein Buch von Peter Wendl mit dem plakativen Titel "Gelingende Fern-Beziehung". "Partnerschaften auf Distanz sind in den Firmen ein Riesenthema. Unsere Arbeitswelt wird immer mobiler, sie verlangt von uns eine immer größere Flexibilität", weiß Preuss Neudorf zu berichten. Der wachsende Druck lässt sich auch noch an dem einen oder anderen Titel ablesen, so etwa an Albert Thieles "Argumentieren unter Stress", das auf Platz sechs steht.

Doch auch die Führungskräfte müssen angesichts des wachsenden Drucks "nachsitzen". Im Mittelpunkt - wen wundert es - steht offensichtlich die immer schwierigere Motivation der "Untergebenen". So sind die Themen "Mitarbeitergespräche", aufgearbeitet von Wolfgang Mentzel, und "Human Resources - Modernes Personalwesen" von Anke Hohlbaum und Gunther Olesch stark gefragt.

Überraschend kurz kommen dagegen Bücher zum "harten Business", dem operativen Geschäft. Eher als Ausreißer dürfte das viertplatzierte "Das Ziel: Ein Roman über Prozessoptimierung" von Eliyahu M. Goldratt gelten. "Das Thema ist ja eigentlich total trocken, aber es ist hier als lockig geschriebener Roman aufgearbeitet", versucht sich Preuss Neudorf mit einer Erklärung.

Zum Glück rettet der Fünfte, Steve Krug, mit seinem "Don?t make me think!", in diesem Punkt die Ehre der Führungsskräfte. Seine Aufforderung: Die Manager müssen sich mehr mit einem nutzerfreundlichen Internetauftritt befassen.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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