Amoklauf in der Schule
Neu im Kino: "Elephant"

Ein Auto rumpelt unbeholfen über die Straßen, schrammt ein anderes Auto, kommt zum Stehen. John, ein Schüler auf dem Weg in die High School, löst seinen unbeholfenen Vater am Steuer ab, gibt dann den Autoschlüssel im Schul-Büro ab, sein Bruder wird das Auto und den Vater später abholen.

Die Kamera folgt John auf seinem Gang durch die Korridore. Springt dann zu Eli, einem anderen Jungen, der ein Liebespaar vor seinen Foto-Apparat bittet. Und weiter zu Nate, der sich mit seiner Freundin Carrie verabredet. Und zu Michelle, die in der Schulbibliothek Bücher einräumt. Und von ihr zu Brittany und Jordan und Nicole, die auf dem Gang herumtratschen. Alltag in einer amerikanischen High School.

Man ahnt, dass es bei dieser füglichen Beobachtung nicht bleiben wird. Etwas wird passieren. Etwas passiert. Zwei der Jungens tragen schwere Taschen in das Schulgebäude, auch zu ihnen kehrt die bewegliche Kamera immer wieder zurück. Dann ziehen sie Gewehre aus den Taschen und ballern drauf los und schießen wahllos Schüler und Lehrer und den Direktor der Schule tot.

Acht solcher Vorfälle hat es an amerikanischen Schulen alleine zwischen 1997 und 1999 gegeben. Gus Van Sant erklärt nicht, warum die beiden losballern, zeigt sie im Gegenteil, wie sie Spaß daran haben, die andern umzulegen. Doch wo sich Wissenschaftler schwer tun, plausible Erklärungen zu finden, sollte man sie von einem Filmemacher nicht erwarten. Er zeigt auf hoch ästhetisierte Weise, wie es passiert; nicht warum.

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