Andreas Blühm Herber Verlust für Köln

Das Kölner Wallraf-Richartz-Museum verliert seinen Direktor. Andreas Blühm wechselt nach siebenjähriger Amtszeit ans nordholländische Groningen Museum. Köln verdankt ihm originelle Ausstellungen und eine mitreißende Sammlungspräsentation.
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Andreas Blühm, Direktor des Wallraf-Richartz-Museum - Fondation Corboud in Köln. Quelle: Rheinisches Bild Archiv

Andreas Blühm, Direktor des Wallraf-Richartz-Museum - Fondation Corboud in Köln.

(Foto: Rheinisches Bild Archiv)

KölnWie vorzeitig bekannt wurde, wechselt Andreas Blühm, Direktor des Kölner Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Courboud, zum Groningen Museum. Er verlasse Köln „mit schwerem Herzen“, erklärte er gestern. Private Gründe sollen es gewesen sein, die für den Weggang des 53-Jährigen in die nordholländische Stadt sprachen. Blühms Frau ist in Groningen geboren. Außerdem lockt ihn „die Vielfalt der dortigen Sammlung. Vom barocken Silber bis Ai Wei Wei reicht das Spektrum, das mich als passioniertem Museumsmann nur locken kann.“ Dazu komme wohl das spektakulärste Museumsgebäude diesseits von Bilbao.

Blühms Vertrag läuft noch bis zum 30. Juni 2015. In Köln angetreten war er 2005. Davor war er zwölf Jahre am Amsterdamer Van Gogh Museum tätig. In seine siebenjährige Amtszeit fallen die Neuhängung der Sammlung und eine Vielzahl origineller, großartiger Ausstellungen. Blühms Projekte sind nie langweilig. Sie zeichnen sich stets auch dadurch aus, dass er mit einem erweiterten, über die Disziplinen hinaus reichenden Blickwinkel und mit viel Sinn für eine ebenso ästhetische wie mitreißende, verständliche Darbietung am Werk ist. Das zeigte unter anderem seine Ausstellung über den 19. Jahrhundert-Maler Alexandre Cabanel.

Eine der klassischen Gemäldegalerien

Das Wallraf-Richartz-Museum gehört zu den großen klassischen Gemäldegalerien Deutschlands. Es beherbergt Kunst vom 13. bis ins 20. Jahrhundert, darunter die Impressionisten-Sammlung der Fondation Corboud und ein Graphik-Bestand von 75.000 Blättern. Mit Ausstellungen über den Impressionismus, den Mond oder die Tiere sprach Andreas Blühm Zielgruppen an, die in einem Museum normalerweise selten gesehen werden. Erfolgreich war auch seine Zusammenarbeit mit Sponsoren, die zum Beispiel Projekte für Schüler wie den 2008 ins Leben gerufenen „Wallraf der Museumsbus“ oder später den Wallraf-Shuttle für gehbehinderte und ältere Besucher ermöglichten. Zum Profil des Hauses gehören außerdem Forschungsvorhaben, allen voran das Projekt zur Technologie der Altkölner Malerei.

Frust über Kölner Verwaltungsklüngel

Zur Dauerbaustelle allerdings wurde der seit zehn Jahren vor sich hindümpelnde Plan zur Verselbständigung des Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud. Seit 2005 zum Amtsantritt Blühms ein entsprechender Ratsbeschluss gefasst worden war, ist nicht viel geschehen. Während Blühm mit großem Elan Kölns ältestes Museum besucherfreundlicher machte, trat die Kölner Verwaltung auf die Bremse. Dazu findet der Museumsmann, den der Kölner Kulturrat zum „Besten Kulturmanager des Jahres 2009“ kürte, deutliche Worte: „Ich bin frustriert darüber.“

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8 Kommentare zu "Andreas Blühm: Herber Verlust für Köln"

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  • Man vergleiche nachgewiesene Werke van Goghs mit diesen Pfingstrosen(?). Es ist bei van Gogh immer klar erkennbar um welche Blumen es sich handelt.....
    Der angebliche Entstehungszeitraum "passt" auch nicht...
    Wäre ja auch zu schön, wenn dieses beim Trödler gekaufte Gemälde 'echt' wäre. Abgesehen davon ist es einfach hässlich

    M.B., Berlin

  • Um zum eigentlichen Thema zu kommen, dem vorzeitigen Ausscheiden des Herrn Andreas Blühm. Weder die Vorgehensweise mit der Herr Blüm seine Kündigung bekannt gegeben hat, noch wie er zu seinen eigenen noch laufenden und geplanten Projekten steht, ist in irgend einer Form akzeptabel!
    Das der gewünschte Anbau momentan in Köln nicht als vorrangig angesehen wird, ist doch ausschließlich auf die lehren Kassen zurückzuführen. Wenn Herr Blühm das wohl persönlich nimmt und daraus einen Kampf mit der Stadt Köln macht, der anschließend zu Kölner Knüngel erklärt wird , ist in meinen Augen, dass Unvermögen sich konsequent auf die vorhandenen Gegebenheiten einzustellen. Die Stadt Köln hat Herrn Blühm doch nicht mit dem Versprechen eines Anbaues gelockt, Direktor des Wallraf Richartz Museum zu werden, war doch ein gigantischer Aufstieg. Jetzt die sitzen zu lassen, die dieses ermöglichten und noch wilde Reden darüber zu schwingen, ist vermessen.
    Für Museumsdirektoren, die Gebäude mehr interessieren als die Kunst, hat man anscheinend in den Niederlanden das Göring Museum gebaut, dass irgendwie den Eindruck erweckt, als sei es dass Altenheim der Teletubbies. Das ist der bessere Spielplatz, in der Provinz kann man sich noch verwirklichen.
    Das Herr Blühm im Wallraf Richartz Museum nicht machen kann was er will, ist mehr als richtig, wenn Wallraf und Richartz ein Privat Museum haben wollten, hätten sie sicherlich eins gegründet!
    Es wird zeit, dass sich die Stadt Köln nach einem kompetenten Museumsdirektoren kümmert, der seine Eigeninteressen nicht in den Vordergrund rückt! Vielleicht probiert die Stadt es einmal mit einem Kölner, der dass Erbe der Stadt vertritt und nicht sich selbst!

    Markus Roubrocks Köln

  • Habe mehrere Jahre mit Herrn Roubrocks das Werk van Goghs recherchiert. Einer unserer Schwerpunkte bestand darin die Farbpalette v.Goghs zu erforschen. Ich war schon arg erstaunt das im Forschungs Bericht (Forschungsprojekt Maltechnik des Impressionismus)zum v.G. Gemälde "Die Zugbrücke" der Fund des Kadmiumgelb nicht unter "Besonderheiten" aufgeführt wurde. Verwundernd fand ich im übrigen das keine Mikrochemische Analyse durchgeführt wurde, da damit der Beweis erbracht wäre das v.Gogh in den Jahren 1887 - 1888 Kadmiumgelb genutzt hat und diese Erkenntnis für die v.G. Forschung bahnbrechend wäre.

    Jürgen Stolley Köln

  • Teil 2:Meine Interessen beziehen sich ausschließlich auf die Van Gogh Forschung, warum Sie persönlich werden ist völlig unklar und in Ihrer Position als Direktor des Wallraf Richartz Museums unangebracht!
    Ich bitte Sie sachlich auf mein Schreiben zu Antworten.

    Mit freundlichem Gruß

    Markus Roubrocks

  • Herr Dr. Blühm,

    erst einmal bedanke ich mich für Ihre Antwort auf mein Schreiben und für Ihre Stellungnahme zu meinem fachlich einwandfreien Kommentar.
    Mir ist durchaus bekannt, dass das Museum 75 Gemälde untersucht hat und dass diese Ergebnisse
    online verfügbar sind. Diese Untersuchungen als solches habe ich nie kritisiert.
    Konkret gehe ich auf das Thema Cadmiumgelb ein, welches bei zwei hauseigenen Gemälden von Vincent Van Gogh entdeckt wurde.
    Ihr Satz: „Im van Gogh Museum wurde auf drei unumstrittenen Gemälden von 1885 bis 1886 Cadmiumgelb identifiziert.“, lenkt von den Tatsachen ab, dass Cadmiumpigmente schon vor Jahren von zwei Restauratoren aus Chicago auf Gemälden von Van Gogh nachgewiesen wurden.
    Darüber hinaus wurde von dem Jägers Labor herausgefunden, dass Van Gogh in den Briefen an seinen Bruder Theo aus dem Jahre 1885 Cadmiumpigmente
    erwähnt hat (siehe dazu die Stellungnahme des Jägers Labor Bornheim 2003).
    In Ihrem Fall geht es um die Zeitspanne von 1887-1888, in der erstmalig in unbestrittenen Gemälden von Van Gogh Cadmiumpigmente entdeckt wurden. Meines Erachtens nach ist dies eine Sensation für die Van Gogh Forschung und für die Kunstgeschichte.
    Mir ist nicht begreiflich, warum Sie den Tatsachen ausweichen und weder auf die von mir beschriebenen Fakten eingehen, noch erklären warum im Untersuchungsbericht – weder unter der Rubrik Zusammenfassung / Besonderheiten noch unter sonstige Bemerkungen – nichts zum Thema Cadmiumgelb erwähnt wird.
    Des weiteren stellt sich mir die Frage, warum Sie auf eine mirkochemische Analyse verzichten.
    Es muss auch in Ihrem Interesse sein, die Sache klar und eindeutig der van Gogh Forschung zu Verfügung zu stellen.
    Deshalb biete ich dem Wallraf Richartz Museum an, eine mikrochemische Analyse für beide Van Gogh Gemälde Ihres Hauses zu finanzieren.

  • Auf meinen Kommentar hat Herr Blühm per e-Mail Stellung bezogen. Aus meiner Sicht hätte Herr Blühm öffentlich Stellung beziehen müssen. Aus diesem Grund sende ich Ihnen, zum besseren Verständnis der Sachlage meine Antwort auf Herrn Blühm`s e-Mail.

    Markus Roubrocks

  • Ich selber studiere Kunst mit dem Schwerpunkt Impressionismus. Der Kommentar von Herrn Roubrocks ist meiner Ansicht nach sehr spannend, da ich an neuen Wissenschaften sehr interessiert bin. Hoffe, dass es in diesem Fall bald Neuigkeiten gibt, freue mich auf neue Informationen und bin sehr gespannt.

    Claudia Paderborn

  • Zu Ihrem Bericht über Herrn Andreas Blühm gibt es folgendes anzumerken.
    Die wissenschaftlichen Forschungen die angeblich durch Herrn Blühm voran getrieben werden sollten, sind in meinen Augen eher beschnitten und deformiert worden!
    Dazu ein Beispiel aus dem Forschungsprojekt: „Maltechnik des Impressionismus und Postimpressionismus“, in diesem wurden unter anderem zwei hauseigene Gemälde von Vincent van Gogh untersucht und in beiden Bildern wurde Cadmiumgelb gefunden, die Farbe die vom Vincent van Gogh Museum seit Jahrzehnten bestritten wird! Eigentlich ein sensationeller Fund ,da die Gemälde aus den Jahren 1887 und 1888 stammen und damit die dauerhafte Verwendung von Cadmiumpigmenten bei van Gogh beweisen würde. Entdeckt wurde Cadmiumgelb bei der Vis-Spektroskopie und mit einem Fragezeichen versehen, eine mikrochemische Analyse hätte Klarheit gebracht, die Kosten hierfür liegen bei circa 200€ pro Einzelprobe. Leider wurde keine weitere Untersuchung durchgeführt. Dieses ist, wenn man bedenkt das Herr Blühm, 13 Jahre Mitarbeiter des van Gogh Museums war und mit der Thematik durchaus vertraut sein sollte doch recht fragwürdig. Ich würde dazu sagen Amsterdamer Museums Klüngel. Solche Fakten mehr oder weniger unter den Tisch zu fegen ist der Kunstwelt gegenüber nicht zu vertreten!

    Markus Roubrocks Köln

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