Andy Warhol: „Ich liebe das Auto"
Unfall als Einfall

„O Lord, won’t you buy me a Mercedes-Benz“, sang Janis Joplin 1968. Manche Frauen fahren eben auf tolle Autos ab. Männer sowieso. Und die Künstler unter ihnen benutzen das ganze Fahrzeug, um mit ungebremster Phantasie etwas Neues entstehen zu lassen. In Düsseldorf kann man sich in der Ausstellung „Auto-nom“ ein Bild davon machen.

Mein Haus, mein Pool, mein Auto, mein Pferd ...“ Nicht nur Angeber spielen ihre immobilen und automobilen Besitztümer gern nach den Kriterien eines Werbe-Spot(t)s aus. Allen Mahnungen von Moralisten und Umweltschützern zum Trotz sind immer noch und immer wieder die besonders PS-starken , gut aussehende Typen gefragt. Auf den Bildern der jüngsten Frankfurter Automobilmesse waren sie mal wieder zu bestaunen, diese Götzen der Gegenwart. Rund 200 Milliarden Euro fuhr die deutsche Automobilindustrie im vergangenen Jahr ein.

So ein schicker Schlitten ist eben mehr als ein Fortbewegungsmittel, mit dem Mann von A nach B kommen kann. Er ist ein veritables Vehikel, das nicht nur Mobilität und Dynamik symbolisiert, sondern auch Lebensstil, Macht – und Erotik. Deshalb war es auch keine Frage der Zeit, ob und wann Künstler dieses Objekt der Begierde für sich entdecken würden.

Andy Warhol hat einmal gesagt: „Ich liebe das Auto. Es ist besser gelungen als das Kunstwerk.“ Manchmal gelingt das auch umgekehrt wie in der Ausstellung „Auto-nom“ im Düsseldorfer NRW-Forum. Alles Blech oder was? Sogar Schrott – und gerade deshalb so faszinierend, nicht nur für Auto- und/oder Kunstliebhaber. Denn: Wann kann ein Objekt schon Modell und Maluntergrund zugleich sein?

Ungebremst arbeiteten die Künstler ihre Phantasien aus. Zum Beispiel an der „La DS“, jener legendären Citroën-Limousine, deren Kürzel phonetisch an Déesse, die Göttin, erinnert. Der mexikanische Künstler Gabriel Orozco hat sie der Länge nach zerteilt, sodann verschlankt und verfremdet wieder zusammengesetzt zu einem ebenso schönen wie nun nutzlosen Objekt.

Auch das Titelmotiv der Schau ist jetzt fahruntüchtig. Der Düsseldorfer Künstler Stefan Sous lässt die Einzelteile eines Taxis in Formation im Raum schweben wie ein Dino-Skelett im Naturkundemuseum.

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