Anlageexperte: „Kunst als sicherer Hafen für den Wohlstand“

Anlageexperte
„Kunst als sicherer Hafen für den Wohlstand“

Fabian Bocart ist Risikoanalyst beim Kunstberater Tutela Capital. Im Vergleich mit Immobilien oder Edelmetallen schneidet Kunst seiner Ansicht nach zum Teil ordentlich ab - ein gutes Gespür für Trends vorausgesetzt.
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Handelsblatt: Monsieur Bocart, Sie bezeichnen Kunst als „ultimative Absicherung gegen Marktzusammenbrüche“.

Fabian Bocart: Weil man massive Vermögenswerte in Kunst anlegen und überall in die Welt transportieren kann. Es ist eine physische Anlage mit interessanten Aspekten. Gold ist universal, aber schwer zu bewegen. Devisenmärkte sind nicht immer liquide.

Und wenn man den falschen Künstler zum falschen Zeitpunkt hat?

Man kann immer zu einem niedrigen Preis verkaufen. Natürlich wird ein neuer Künstler weniger gut verkäuflich sein als ein Canaletto. Wer Kunst als sicheren Hafen für Wohlstand sieht, muss einen Künstler wählen, der im Trend liegt. Auch er kann im Preis fallen, aber nicht wirklich dramatisch.

Und Sie kennen die Preis- und Liquiditätsrisiken?

Wir bestimmen die Volatilität der Liquidität eines Künstlers und prognostizieren ihre Spannbreite für die nächsten Jahre. Das hilft auch, den Verkauf richtig zu timen.

Wie sieht Spekulation im Kunstmarkt aus?

Spekulation heißt, dass man etwas ungeachtet seines fundamentalen Werts kauft, in der Hoffnung, teurer zu verkaufen. Im Kunstmarkt erkennt man Spekulation an der Häufigkeit, mit der gekauft und verkauft wird. Schnellere Wiederverkäufe, häufigere Rekordpreise, steigende Umsatzvolumen sind Zeichen für Spekulation.

So wie jetzt?

Einige nennen den Contemporary-Markt. Ich glaube nicht, dass der ganze Contemporary-Markt betroffen ist, aber einige Segmente, besonders einige geografische Segmente.

China zum Beispiel.

Das wäre ein Beispiel, aber auch hier gibt es Segmente, wo man investieren kann. Es ist nicht einfach, den Unterschied zu machen.

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„Geschmackswechsel sind normal im Kunstmarkt“

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