Anlagestrategie
Misstrauen gegen Banken stützt Kunstmarkt

Magere Auswahl, dramatisch eingebrochene Umsätze: Das war 2009 auf dem Kunstmarkt. Vor allem die großen Auktionshäuser verbuchen dramatisch schlechtere Zahlen. Etwas besser geht es den Häusern im deutschsprachigen Raum. Sie profitieren nun von ihrer vorsichtigeren Strategie.
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Das Jahr 2009 wird dem Kunstmarktbeobachter in Erinnerung bleiben als das Jahr mit extrem magerer Auswahl an zu versteigernder Topware, radikal abgespeckten Katalogen und dramatisch eingebrochenen Umsatzzahlen bei Sotheby’s und Christie’s.

Zu groß ist die generelle Verunsicherung, welche Kunst hält. Zu groß ist auch die Angst, speziell im gehypten Sektor der zeitgenössischen Kunst, Geld zu verbrennen, wie es 2008 bei dubiosen Wertpapieren geschehen ist. Wer Spitzenkunst besitzt und nicht verkaufen muss, behält sie meist.

Dennoch stehen die großen Auktionshäuser aus dem deutschsprachigen Raum in dieser Herbstsaison recht gut da, was Angebot und Nachfrage betrifft. Durch die Bank vermelden sie gute Zahlen und vereinzelt sogar Weltmarktpreise. So erlöste die Villa Grisebach Auktionen GmbH in Berlin am letzten Freitag den höchsten Preis, der weltweit je für ein Landschaftsgemälde von Max Beckmann bezahlt wurde. Ein süddeutscher Privatsammler bewilligte für die Mittelmeerszene des großen deutschen Expressionisten stattliche 2,6 Millionen Euro. Geschätzt war das 1937 im ersten Amsterdamer Exiljahr gemalte Bild auf 1,4 bis 1,8 Millionen Euro.

Privatleute suchen systematisch nach sicheren Anlagen

Es gibt derzeit viel flüssiges Geld, das angelegt werden will. Privatleute suchen systematisch alle Branchen ab, in denen sie ihr Vermögen sichern können, weil sie Banken nicht mehr oder nicht vollständig vertrauen. Auch Kunden, die nicht zu den Superreichen zählen, investieren zunehmend in Kunst und nicht nur in Aktien, Anleihen und Rohstoffe.

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