Antiquitäten: Araber kehrt nicht mit leeren Händen zurück

Antiquitäten
Araber kehrt nicht mit leeren Händen zurück

Großes Interesse aus dem Ausland beschert dem Stuttgarter Auktionshaus Nagel ein gutes Ergebnis für seine erste Frühjahrsauktion. Viele Gemälde werden zu ordentlichen Preisen zugeschlagen. Über eine halbe Million Euro erzielt allein ein Stillleben des Flamen Jacob van Hulsdonck.
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StuttgartEin bräunlicher Firnis liegt über dem Stillleben des Antwerpener Malers Jacob van Hulsdonck. Doch davon ließen sich die Kenner nicht beirren. Neun Telefonbieter und mehrere Interessenten im Saal hoben das auf 22.000 Euro geschätzte Gemälde aus dem frühen 17. Jahrhundert auf stattliche 560.000 Euro (inkl. Aufgeld). Das Arrangement von Trockenfrüchten ging nach Westeuropa. Als „Ausreißer“ kann man das Resultat kaum bezeichnen. Vor gut einem Jahr wechselte ein Erdbeerstillleben des Flamen für umgerechnet knapp 450.000 Euro inkl. Aufgeld bei Sotheby´s in London den Besitzer.

Das reizvolle Stillleben blieb der einzige Zuschlag im sechsstelligen Bereich. Doch das Stuttgarter Auktionshaus Nagel schaut  zufrieden auf die Bilanz seiner ersten Auktion im Jahr 2014. Mit etwa 60 Prozent der mehr als 800 aufgerufenen Lose erzielte der Stuttgarter Versteigerer am 26. Februar 2014 einen Brutto-Umsatz von 3,2 Millionen Euro.

Brasilianischer Bieter gegen französischen Handel

Anteil an dem guten Ergebnis haben viele Gemälde. Mehr als das Zehnfache der Taxe musste ein österreichischer Sammler mit 57.000 Euro (inkl. Aufgeld) für Karl Wilhelm Diefenbachs mystisch-symbolistisches Monumentalgemälde „Capri“ von 1900 investieren. Starkes Interesse aus Brasilien zeigte sich, als Johann Moritz Rugendas  romantisierendes  „Liebespaar an einem Brunnen im Mondschein“ von 1848 bei 8.500 Euro zum Aufruf kam. Das Gemälde des Augsburger Künstlers und bedeutenden Südamerika-Reisenden sicherte sich jedoch für brutto 27.000  Euro der französische Handel.

Auch bei einem Paar klassizistischer Rheinlandschaften mit Blick auf die Stadt Mainz engagierten sich Sammler aus vielen Teilen Europa und gar aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die marktfrischen Gemälde von Caspar Schneider gingen allerdings für  29.000 Euro an einen deutschen Privatsammler.  Mit leeren Händen fährt der Sammler aus Dubai nicht nach Hause. Für 17.300 Euro sicherte er sich die orientalistische Bronze „Kabyle  au retour de la chasse“ von Arthur Waagen.

Viel Gegenwind von anderen ausländischen Interessenten erfuhr der russische Käufer einer Moskauer Reiseikone. Das auf 2.500 Euro taxierte Triptychon im Taschenformat mit einer Widmung der Großfürstin Elisabeta Feodorowna kletterte mit Aufgeld auf 53.000 Euro.

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