Antiquitäten
Beste Herkunft macht sich bezahlt

Bei bedeutenden Werken mit legendärer Provenienz sind Sammler alter Kunst zu hohen Investitionen bereit. Vieles andere hat es schwer. Das haben die jüngsten Antiquitätenauktionen bei Nagel gezeigt.
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StuttgartFast unscheinbar und wie jemand, der lieber im Hintergrund bleibt, wirkt die gotische Figur der Maria Magdalena. Doch wohl kaum ein Kenner hat die anmutige Arbeit eines schwäbischen Meisters aus dem 14. Jahrhundert bei Nagel übersehen. 32.000 Euro (inkl. Aufgeld), mehr als das Doppelte der Taxe, musste ein belgischer Händler für sie auf der Auktion „Kunst & Antiquitäten“ am 9. und 10. Oktober 2013 in Stuttgart investieren. Die Gründe dafür lagen auf der Hand: Großes Interesse kam auch aus Deutschland und den Niederlanden. Außerdem stammte das stille Meisterwerk aus der renommierten Sammlung Georg Hartmann.

Beachtliche Steigerungen verzeichnete auch eine knappe Handvoll anderer Skulpturen aus dem Nachlass Hartmanns, eines Frankfurter Unternehmers. Auf brutto 29.000 Euro kletterte eine aparte, durch stark betonten Faltenwurf bewegte Reliefdarstellung der Geburt Christi. Von 9.000 auf einen Erlös von 21.000 Euro wurde ein schwungvolles Engelpaar des sogenannten Meisters des Buxheimer Hochaltars gehoben. „Hohe Qualität und alte Sammlungsherkunft, so dass die Werke auch bestens dokumentiert sind, das spricht Kunstkäufer an“, kommentierte Rudolf Pressler von der Nagel-Geschäftsleitung diese Ergebnisse.

Russische Sammler diesmal zurückhaltend

Die Situation auf dem Markt für Antiquitäten aber bleibt angespannt und unberechenbar. Nagel setzte während der Auktion 2 Millionen Euro (inklusive 33 Prozent Aufgeld) bei einer losbezogenen Quote von ca. 35 Prozent um. Im Klartext: 570 von 860 Losen fanden keinen Interessenten oder wurden nur unter Vorbehalt zugeschlagen. Russlands Sammler sprangen nicht in dem Maße wie gehofft auf das Kunsthandwerk aus dem Zarenreich an. Bei den Porzellanen lösten lediglich zwei russische Empire-Vasen ihre Erwartungen ein und gingen für 16.000 respektive 29.000 Euro inklusive Aufgeld wieder gen Osten.

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