Antiquitäten
Getrocknete Früchte mit Ausstrahlung

Das Auktionshaus Nagel ruft in seiner nächsten Auktion mehr als 150 Gemälde und Antiquitäten aus der „Sammlung Dr. Schäfer“ auf. Dahinter verbirgt sich die Kollektion eines Frankfurter Bankers.
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StuttgartWiedersehen macht Freude, heißt es allgemein, aber nicht im Auktionswesen. Erst im Oktober wurde bei Nagel das auf 5.000 Euro geschätzte süddeutsche Relief „Geburt Christie“ von 1490 für nicht ganz 30.000 Euro (inkl. Aufgeld) versteigert (HB online vom 18.10.2013). In der Auktion „Kunst & Antiquitäten“ am 26. Februar  2014 ist es wieder zu haben – nun zur Taxe von 13.000 Euro. Ein belgischer Händler soll nach Auskunft des Stuttgarter Versteigerers die biblische Szene für einen einzigen Kunden ersteigert haben, der nicht mitzog. „Der Mann hat auf volles Risiko gespielt, und das ist heute im Handel nichts Ungewöhnliches.“, kommentiert Rudolf Pressler von der Nagel-Geschäftsführung den Vorgang im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Nagels Offerte mit Gemälden, Möbeln, Silber sowie dekorativen Einrichtungs- und Sammelobjekten umfasst insgesamt mehr als 800 Lose. Wie diffizil die Situation für Möbel zu bewerten ist, reflektiert  das breit aufgestellte Angebot an deutschen Arbeiten. Äußerst moderat erscheinen die 2.500 Euro für einen aufwendig gearbeiteten, klassizistischen Sekretär mit architektonischem „Innenleben“.  Während die Taxe von 15.000 Euro für einen Mainzer Aufsatzschreibschrank von 1770 wohl vor allem am Rang der rheinischen Schreinerzunft unter musealen Experten ausgerichtet ist.

Aussicht auf Mainz

Fürstlicher Glanz umstrahlt das Paar vergoldeter Rokoko-Konsolen zur Taxer von 12.000 Euro. Seit der legendären Thurn-und-Taxis- Versteigerung  in Regensburg vor 20 Jahren gehörte es dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden eines Kreditinstitutes, aus dessen Besitz jetzt mehr als 150 Gemälde und Antiquitäten als „Sammlung Dr. Schäfer“ aus Frankfurt zum Aufruf kommen. Top-Stück der Banker-Sammlung ist eine um 1600 entstandene Tapisserie der Brüsseler Werkstatt Boldewin. Die Darstellung „Abrahams Opferung des Isaak“ soll mindestens 15.000 Euro einspielen.

Mit dem Etikett Marktfrische lockt eine Suite von idealistisch-malerischen Blicken auf Mainz. Die Gemälde und Gouachen des um 1800 hochdotierten Landschaftsmalers Caspar Schneider  sind seit mehr als 100 Jahren in Familienbesitz. Ihre Schätzpreise liegen zwischen 1.000 und 7.500 Euro. Teuerstes Gemälde und zugleich teuerstes Los der Auktion ist Jacob van Hulsdoncks Stillleben mit Trockenfrüchten aus dem frühen 17. Jahrhundert. Das für den Antwerpener Maler  typische Sujet fordert einen Einsatz von mindestens 22.000 Euro.

Vorbesichtigung: 21. bis 24. Februar 2014

Auktion: 26. Februar 2014

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