Antiquitäten
Markt ohne Dynamik

Die Nachfrage nach Porzellan und Möbel stagniert. Das spiegelt sich auch im Durchschnittspreis pro Los bei knapp unter 2.000 Euro mit Aufgeld. Das Bildnis eines greisen Mannes aus dem Umkreis von Gerrit Dou sorgt auf einer Auktion bei Nagel jedoch für eine Überraschung.

StuttgartAuf solche Gelegenheiten wie in der vergangenen Woche in Nagels Auktion „Kunst & Antiquitäten“ sind Händler und Privatsammler sehr versessen. Auf nur 700 Euro hatte der Stuttgarter Versteigerer das ovale „Bildnis eines alten Mannes“ aus dem Umkreis von Gerrit Dou taxiert. Die technische Brillanz und die Ähnlichkeit dieses Charakterkopfes mit Arbeiten des frühbarocken Meisters der Leidener Feinmalerei aber waren äußerst animierend. Interessenten aus ganz Europa engagierten sich. Doch erst für eine Summe von 30.000 Euro (alle Preise inkl. 33 Prozent Aufgeld) ging der Bärtige in den englischen Handel. Es war vielleicht trotz der exorbitanten Steigerung ein guter Einkauf.

Rückkehr einer Reise-Ikone

Möglich gemacht hatte die niedrige Taxe die Auflösung einer disparaten süddeutschen Sammlung. Zwischen historistischen Porzellanvasen aus Meissen zu Aufrufpreisen von 250 Euro und vielen Landschaftsgemälden zu Taxen unter 1.000 Euro entdeckte ein russischer Sammler beispielsweise noch anderes. Von geschätzten 800 auf 6.000 Euro steigerte er eine silberne Moskauer Reise-Ikone.

Zurückhaltende Einlieferer

400.000 Euro setzte Nagel allein mit dieser knapp 700 Positionen umfassenden Sammlung um. Von Jubel aber kann keine Rede sein. Es wirft ein bezeichnendes Licht auf die schwierige Lage des Antiquitätenmarktes. Einlieferer halten sich zurück, da sich die Preise für Porzellan und Möbel auf Niedrigniveau bewegen. Gekauft, gar investiert wird äußerst zögerlich.

Das spiegeln auch das Angebot und die Verkäufe des Hauptkatalogs wider. Das teuerste Objekt der Auktion blieb weit unter 50.000 Euro. Die spätgotische Bamberger Mondsichelmadonna sicherte sich für 36.000 Euro ein deutscher Sammler gegen Konkurrenz aus in- und ausländischem Handel. Zu ihrer Attraktivität trug wesentlich die Provenienz bei. Sie stammte aus der Frankfurter Sammlung von Schnitzler, die zu großen Teilen heute das Wallraff-Richartz-Museum in Köln besitzt.

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