Anton und Annick Herbert
„Sammler sollten mehr in die Ateliers gehen“

Das belgische Ehepaar Anton und Annick Herbert verkauften einst Kunst, um ihr Ausstellungszentrum in Gent finanzieren zu können. Heute ziehen die beiden Sammler anlässlich einer Wiener Ausstellung Bilanz.
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WienDie Lobby wird gekrönt von einem riesigen Kronleuchter. Goldglänzende Applikationen schmücken schwere Holztüren, üppig geschwungene Polstermöbel verteilen sich in den großzügigen Räumlichkeiten. Das Wiener Hotel Sans Souci passt so gar nicht zu Anton Herbert, der an diesen Februartagen hier mit seiner Ehefrau Annick residiert. Schließlich ist die Kunstsammlung des belgischen Ehepaars dafür bekannt, dass Minimal Art und Konzeptkunst ihren Kern bilden. Carl Andre, Hanne Darboven, On Kawara, Sol LeWitt und Donald Judd sind einige der klingenden Namen, die in der Kollektion der Herberts vertreten sind.

Mit dem pompösen Designhotel, entworfen vom Londoner Duo Yoo – das üblicherweise für Philippe Starck arbeitet – hat all das nichts zu tun. Das Quartier, in dem das Handelsblatt-Interview stattfindet, hat freilich weder Anton Herbert noch seine Frau ausgewählt. Anlässlich der Ausstellung ihrer Sammlung im Wiener Museum moderner Kunst (Mumok) wurde das Paar vom Museum hier untergebracht.

Eine richtig schöne Ausstellung

Schon einmal präsentierte er Teile seiner Sammlung in Österreich, nämlich 2006 im Kunsthaus Graz, zudem in Eindhoven, Luxemburg und Barcelona. Nun ließ das Ehepaar die Werke in Dialog mit Beständen aus dem Mumok treten; und es wurde, kein Wunder, eine richtig schöne Ausstellung: Carl Andres bleierne Rechtecke ziehen sich wie ein Pfad am Boden neben einer Fotoserie von Jan Vercryssen entlang. On Kawaras Arbeit „One Million Years – Past (For All Those Who Have Lived and Died)“ wurde Hanne Darbovens Installation „Ein Jahrhundert (Bücherei)“ gegenübergestellt. Beide vereinen minuziös notierte Datumsangaben. Und auch Mike Kelley und Martin Kippenberger ergeben im lichten Obergeschoss des Mumok eine fabelhafte Kombination.

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