Arbeiten am Berliner Ensemble, in Stuttgart und Frankfurt am Main
Theaterregisseur Palitzsch ist tot

Im Alter von 86 Jahren ist der bekannte Theaterregisseur und Brecht-Schüler Palitzsch gestorben. Seine Lunge versagte.

HB BERLIN. Am Samstag ist der Theaterregisseur und Intendant Peter Palitzsch gestorben. Im Alter von 86 Jahren erlag er einem Lungenversagen, teilte das Berliner Ensemble (BE) mit. Palitzsch hatte dem Ensemble lange Zeit angehört. Später arbeitete er an allen großen Häusern des deutschsprachigen Theaters. Er galt als einer der bedeutendsten Regisseure der Nachkriegszeit.

Palitzsch wurde am 11. September 1918 im schlesischen Deutmannsdorf geboren. Von der Volksbühne Dresden wurde er 1949 von Bert Brecht als Assistent und Dramaturg an das neu gegründete BE geholt. Seit 1956 arbeitete er hier zusammen mit Manfred Wekwerth als Co-Regisseur und inszenierte Brechts «Arturo Ui» mit Ekkehard Schall und «Frau Flinz» mit Helene Weigel.

1961 beendete Palitzsch seine Arbeit am BE. Der Bau der Berliner Mauer war ein Hauptgrund dafür. Er siedelte nach Westdeutschland über und wurde ein gefragter Gastregisseur an zahlreichen Bühnen. Palitzsch inszenierte fast überall an den großen deutschsprachigen Bühnen wie in Stuttgart, Köln, Bremen, Zürich, München, Basel, Düsseldorf und Wien. Schließlich wurde er Schauspielintendant am Staatstheater Stuttgart, später war er Mitglied im Schauspieldirektorium Frankfurt am Main.

Nach der Wiedervereinigung war Palitzsch von 1992 bis 2000 erneut Mitglied des Berliner Ensembles, die ersten Jahre zusammen im Direktorium mit Peter Zadek, Heiner Müller und Fritz Marquardt. «Das deutsche Theater trauert um einen großen, wahrhaft bedeutenden Theatermann», schrieb das Berliner Ensemble in seinem Nachruf.

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