ARD-Vorsitzender Lutz Marmor
Internet hat keinen Einfluss auf TV-Gewohnheiten

Internet verdrängt immer mehr das klassische Fernsehprogramm, so die eingängige Meinung. Doch laut dem ARD-Vorsitzenden Lutz Mamor ist dem nicht so. Er warnt sogar vor einer zu schnellen Anpassung an die kurzfristige Entwicklung.
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MünchenDas Fernsehen verschmilzt nach Ansicht des ARD-Vorsitzenden Lutz Marmor langsamer mit dem Internet als gedacht. „Die kurzfristige Entwicklung wird teilweise grob überschätzt“, sagte der Intendant des Norddeutschen Rundfunks (NDR) am Mittwoch zu Beginn der Medientage München. Für die TV-Sender bedeute das: „Nicht nur, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, sondern auch wer zu früh kommt. Denn das kostet dann auch enorm Geld.“ Trotz vieler neuer Konkurrenzangebote wie Internetplattformen und Online-Videos sei das Fernsehen in den vergangenen Jahren weiter gewachsen. „Tatort“ und „Tagesschau“ seien weiterhin starke Marken, über die viel geredet werde.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung von ProSiebenSat.1, Wolfgang Link, stimmte zu: „Die großen Shows werden immer noch zusammen geguckt. (...) Man verabredet sich noch zum Topmodel-Schauen.“ Das Live-Fernsehen werde wichtiger werden. „Die Menschen sehnen sich nach einer gewissen Gemeinsamkeit.“

Bis Freitag diskutiert die deutsche Medienbranche in München über die Lage und die Aussichten von Zeitungen, Sendern und Online-Medien. Die Medientage stehen unter dem Motto „Kein Spaziergang - Wege zur digitalen Selbstverständlichkeit“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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