Armory Art Week: Traditionsmesse kämpft sich zurück an die Spitze

Armory Art Week
Traditionsmesse kämpft sich zurück an die Spitze

Die ganz großen Galerien bleiben zwar noch fern. Doch die strengeren Qualitätsvorgaben für die „Armory Show“ machen sich bezahlt. Fast ein Dutzend weiterer Messen und die exklusive „Art Show“ des Kunsthändlerverbandes verwandeln New York wieder in einen Hotspot der Kunst.  
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New York„Es war die stärkste Armory, auf der wir je waren“, das stand für Arne Ehmann von der Galerie Thaddaeus Ropac (Salzburg/ Paris) schon nach den ersten Stunden der VIP-Eröffnung der Armory Show am Mittwoch fest. Sofort verkauft war Georg Baselitz‘ schwarzgrundiges drei Meter hohes Bild „Bitte hinter den Kopf“ (2014) zu 550.000 Dollar. Sein Markt wurde von der gerade zu Ende gegangenen Ausstellung im Münchner Haus der Kunst noch einmal angefeuert.

Auch die amerikanische Installationskünstlerin Liza Lou war mit neuen streifigen Bildobjekten aus Glasperlen der Ixube-Serie (je 195.000 Dollar) sehr erfolgreich. Sie lässt sich beim Sticken von einem Zulu-Kollektiv helfen. Auch Sean Kelly (New York) verkaufte stetig. Schnell ging hier Kehinde Wileys Porträt von Natasha Zamor (2015) zu 125.000 Dollar weg. Auch er hat gegenwärtig eine Überblicksshow im Brooklyn Museum.

Zu den erfolgreichen Anbietern der ganz Jungen zählt Mihai Nicodim (Los Angeles), der alle Werke vom 29-jährigen Belgier Michiel Ceulers absetzen konnte. Eine mehrteilige Arbeit aus Öl- und Sprühfarbe mit selbstgemachtem Kartonrahmen ging zu 18.000 Dollar in die Stiftung von Claudine und Jean-Marc Salomon, Paris. Unter viel leichter Kost und Dekorativem ragen George Dureaus Aufnahmen von schwarzamerikanischen Athleten, Kleinwüchsigen und Amputierten bei der Fotogalerie Higher Pictures (New York) heraus. Verschiedene Institutionen zeigten an den Arbeiten des 2014 verstorbenen Fotografen aus New Orleans reges Interesse. Kostenpunkt: je 10.000 Dollar.

Galerien bewerben sich in Rekordzahl

Die wichtigen VIP-Stunden der 17. Ausgabe der New Yorker Armory Show liefen für viele Händler gut an. Direktor Noah Horowitz hat es in seinem vierten Jahr im Amt geschafft, mit strengeren Qualitätsvorgaben die Messe wieder auf solide Füsse zu stellen. Zwar fehlen immer noch einige ganz große Galerien, aber immerhin kann er eine Rekordzahl von Bewerbungen nachweisen.

Nach acht Jahren Abwesenheit ist unter anderem auch Johann König (Berlin) wieder dabei, einer von insgesamt 19 deutschen Teilnehmern. Die New Yorker Galerien werden von Lelong, Andrew Kreps, Rachel Uffner und Metro Pictures verstärkt. 199 Galerien für moderne und zeitgenössische Kunst aus 28 Ländern stellen noch bis Sonntag, den 8. März 2015 auf den beiden Piers 92 und 94 am Fluss Hudson aus. Das sind sechs Teilnehmer weniger als im vergangenen Jahr. Geschickt wurde der gewonnene Raum Lounges und Restaurants zugeschlagen.

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