Armory Show
Acht Messen buhlen um Kunstkäufer

New York lädt zum 13. Mal zur "Armory Show". In diesem Jahr liegt der Fokus mit Ländern Lateinamerikas wieder auf jungen Boomregionen der Kunstwelt.
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New YorkMit 274 internationalen Ausstellern ist die 13. New Yorker „Armory Show“ die größte Messe für zeitgenössische und moderne Kunst in New York. Die auf zwei Landungsbrücken für Kreuzfahrtschiffe im Hudson River abgehaltene Show wird seit 2007 vom Chicagoer Messegiganten Merchandise Mart betrieben. Die meisten Händler stammen aus den USA (132), gefolgt von Deutschland (28) und Großbritannien (26). Aber auch in dieser Ausgabe ist die Fluktuationsrate beträchtlich. 72 Galerien kamen nicht zurück, und der seit einigen Jahren stattfindende Exodus lokaler Namen hält weiter an. Nun fehlen David Zwirner, Pace Gallery, Tanya Bonakdar und Sikkema Jenkins. Nur fünf lokale Galerien sind unter den 53 Neuzugängen zu finden.

Nach dem Erfolg im letzten Jahr stellt man in „Armory Focus“ wieder eine aufstrebende Kunstregion vor. Diesmal wurden acht boomende Länder Lateinamerikas eingeladen, deren Händler und Sammler schon vor drei Monaten auf Art Basel Miami Beach eine wichtige Rolle spielten. Miami gilt ja „de facto als Hauptstadt der lateinamerikanischen Elite“, so Art Basel Co-Direktor Marc Spiegler. Dagegen argumentiert Armory-Direktorin Katelijne de Backer, dass New York „schon lange ein Zentrum südamerikanischer Kunst sei“. Von 18 Galerien aus Lateinamerika reisen acht aus Brasilien an.

Einen Kontrast zur „Armory Show“ bietet die 23. Ausgabe der „Art Show“ an Park Avenue mit nur 70 Ausstellern. Sie trumpft dagegen mit dem Who’s who der amerikanischen Galerienszene auf. Auch die allgegenwärtigen Satellitenmessen „Pulse“ und „Scope“ sind dabei, einige kleinere Messen strichen aber mittlerweile die Segel. Die marginale „Red Dot Art Fair“ entging diesem Schicksal, indem sie sich mit „Korean Art Show“ zusammentat.

Ein Neuzugang ist „Moving Image“, eine Messe nur für Video Art, die der Chelsea-Galerist Ed Winkleman gründete. „Brooklyn Art“ lockt etwas abgelegen im hippen Stadtteil Brooklyn mit niedrigen Standmieten und preiswerter Kunst.

Mit Spannung erwartet wird dagegen wieder der experimentelle Ausstellung/Messe-Hybrid „Independent“ in Chelsea. Diese von und für Galeristen organisierte Verkaufsveranstaltung mit offenem Layout und kuratierten Ausstellungen forderte 2010 das traditionelle, ausgeleierte Messemodell heraus und wurde begeistert aufgenommen. Jetzt zeigen sich hier bereits 45 internationale Händler, darunter auch so namhafte „Armory Show“-Abtrünnige wie Johann Koenig, Tanya Leighton (beide Berlin), Gavin Brown’s Enterprise, Harris Lieberman und Anton Kern (New York). 
 
www.armoryartsweek.com


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