Ars Nobilis
Liebe als Motiv in der Kunst

Die Berliner Kunst- und Antiquitätenmesse „Ars Nobilis“ hat jedes Jahr einen anderen Schwerpunkt, der sich in einer Sonderschau manifestiert. Dieses Mal widmet sich die kleine aber feine Ausstellung von internationalem Format mit dem Thema „Kunst voller Liebe – Liebe voller Kunst“ dem Wirken Amors.
  • 0

BEDRLIN. „Kunst voller Liebe – Liebe voller Kunst“ ist das diesjährige Thema der „Ars Nobilis“. Anlass für ein ungewöhnlich breites Spektrum von Exponaten aus vier Jahrhunderten von der galanten Miniatur bis zur Picasso-Graphik, von der Meissener „Kinderhochzeit“ bis zum „Verlorenen Sohn“ des Historienmalers Ludwig Schnorr von Carolsfeld.

Doch das wichtigste Bild zum Thema hängt nicht in der Ausstellung unten, sondern im ersten Stock des Berliner Automobil Forums: Lovis Corinths furioses Spätwerk „Urteil des Paris“ (1920), das der Maler seinem Sezessions-Kollegen Franz Heckendorf zur Hochzeit geschenkt hatte. Der Berliner Kunsthändler Volker Westphal offeriert es für „weniger als 200 000 Euro“.

Westphal votiert ferner für ein unterbewertetes Marktsegment. Er zeigt markante Werke der Berliner Malerschule des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die im Vergleich zu prominenten Zeitgenossen von Menzel bis Liebermann „für ein Butterbrot zu haben sind“. Dazu gehören Stillleben und Landschaften des von Fontane hochgeschätzten, seit 1848 in der Hauptstadt tätigen Charles Hoguet (12 000 bis 18 000 Euro). Westphals wichtigste Berliner Plastik ist ein Einzelguss von Louis Tuaillons „Akt mit aufgestütztem Kinn“ (28 000 Euro).

Wie immer hat die Berliner Messe, auf der 26 Hauptaussteller und 15 Gäste auftreten, eine Fülle preußischer Raritäten parat. Dazu gehört ein silbern gefasster Konsoltisch des Hoftischlers J. M. Hoppenhaupt mit der originalen Marmorplatte (88 000 Euro bei Schmitz-Avila). Dazu zählt ein in Grün und Gold gefasster Eckschrank des Berlin-Potsdamer Rokoko bei Seidel & Sohn, der mit 85 000 Euro auch eines der vernünftig dotierten Paradestücke der friderizianischen Epoche ist.

Berliner Porzellan – zum Beispiel die mit der Lindenpromenade bemalte Kratervase auf Postament bei Neuse (58 000 Euro) – und preußischer Eisenguss (bei Spindler, wo das rarste Stück die Medici-Vase für 16 500 Euro ist) gehören zu den Pflichtobjekten dieser Marktparade. Sie hat auch nach zehn Jahren nichts von ihrem diskreten weltstädtischen Charme eingebüßt.

Seite 1:

Liebe als Motiv in der Kunst

Seite 2:

Kommentare zu " Ars Nobilis: Liebe als Motiv in der Kunst"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%