Art Alarm
Malen zur Rockmusik

Die Kunstzentren der Republik läuten die neue Ausstellungssaison ein. In Stuttgart eröffnet an diesem Wochenende die zwölfte Ausgabe des Galerienrundgangs „Art Alarm“.
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StuttgartGalerienrundgänge finden derzeit in allen Großstädten quer durch die Republik statt, auch in der baden-württembergischen Metropole Stuttgart. Hier heißt das Event „Art Alarm“. 22 Galerien haben für das Publikum am Samstag und am Sonntag von morgens bis abends geöffnet. Damit die Besucher nicht fußlahm werden, stehen kostenlose Besucher-Shuttles bereit. Über drei verschiedene Rundtouren lässt sich fast jede Galerie aufsuchen.

Künstlerisches Erbe der Akademie

Zahlreiche Galeristen reagieren auf das 250jährige Jubiläum der Stuttgarter Kunstakademie. Deshalb sind Arbeiten von Lehrern und Schülern in seltener Konzentration über die ganze Stadt verstreut. Das fängt mit dem Klassische Moderne-Angebot bei den Gebrüdern Schlichtenmaier und Anja Rumig an.

Schlichtenmaier zeigt Werke der drei bekanntesten ehemaligen Malerei-Professoren, Adolf Hölzel, Willi Baumeister und Otto Baum; Rumig lädt zu einer „Trilogie der Plastik“. Lehrer und Schüler treffen aufeinander: Rudolf Hoflehners Eisen- und Stahlplastiken messen sich mit den Arbeiten seiner Schüler, mit den lackierten Aluminiumarbeiten Gert Riels, der selber bis vor wenigen Jahren als Lehrer der Kunstakademie tätig war und mit Reinhard Scherers Eisenplastiken. Abgerundet wird die Offerte mit den Skizzen und malerischen Arbeiten der drei Künstler.

Provokationen aus den siebziger Jahren

Etwas provokanter ist das Programm bei Michael Sturm und Müller-Roth. Sturm überrascht mit politischer Konzeptkunst und sozialkritischen Installationen von Dieter Hacker. Die Arbeiten aus den siebziger Jahren hatte Hacker einst selbst in seiner Produzentengalerie in Berlin ausgestellt. Müller-Roth zeigt Spray-Arbeiten von Reto Boller, der als Professor für Malerei an der Kunstakademie lehrt. Ein weiterer Malerei-Professor gastiert bei Rainer Wehr. Holger Bunk zeigt dort seine neuen figurativen Arbeiten.

Kunst zu Ehren einer Rock-Band

Eine Hommage an die Kölner Experimental-Rockband CAN fährt die Galerie Abtart auf. Vor 40 Jahren spielten sie ihr Studio-Album „Tago Mago“ ein. Daran erinnern 50 internationale Künstler, wenn sie mit Gemälden, Zeichnungen, Videos und Objekten der Band ihre Reverenz erweisen. Darunter finden sich dank Leihgaben einschlägiger Galerien auch internationale Künstlerstars wie Norbert Bisky und Eberhard Havekost, Carsten Nicolai, Daniel Richter und Thomas Scheibitz. Das Preisspektrum hat für jeden Geldbeutel etwas zu bieten. Es reicht von 1.000 bis 70.000 Euro.

Fotografie als Bildgenerator

Die Fotofreunde werden bei Edith Wahlandt fündig. Steffi Schöne, Anfang 30, erzeugt mit Hilfe der Fotografie abstrakte Bilder. Ausgangspunkt sind Aufnahmen gestapelter Alltagsmöbel, die sie digital weiterbearbeitet. Resultat sind Bildräume, in denen Flächen und Formen sich in feiner Balance halten. Die kleinen Formate kosten 1.200, die großen 4.500 Euro. Neugierig darf man auf die zeitgenössische Porträtfotografie bei Parrotta Contemporary Art sein. Foto-Professor Timm Rautert (70) ist hier mit einigen seiner Meisterschülern zu Gast. Unter ihnen Bernhard Fuchs und Tobias Zielony, die dem Schülerdasein aber längst entwachsen sind. Bis zu 62.500 Euro kosten die Arbeiten Rauterts. In günstigeren Preislagen zwischen 200 und 4.500 Euro liegt das Preisspektrum für die Meisterschüler.

Art Alarm, 17. bis 18. September, Samstag von 11 bis 20 Uhr, Sonntag bis 18 Uhr. Den kostenlosen Shuttle-Service hat die Mercedes-Benz Niederlassung Stuttgart ermöglicht.

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