Art Basel Miami Beach
Die Kronjuwelen bleiben zu Hause

Partys und Celebritys prägen wie immer das Bild der Art Basel Miami Beach, die noch bis zum 6. Dezember läuft. Filmschauspieler Sylvester Stallone etwa präsentiert sich von einer wenig bekannten Seite als Maler. Verkauft wird auch - aber zu moderaten Preisen.
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MIAMI BEACH. Ob das amerikanische Motto "bigger is better" auch für Art Basel Miami Beach gilt, ist noch nicht ausgemacht. Bei dem von langer Hand geplanten, ersten, so radikalen wie kostspieligen Redesign der angeblich weltgrößten Messe für moderne Kunst seit der Gründung im Jahr 2002 blieb kein Stein auf dem Anderen. Eine um 40 Prozent vergrößerte Hallenkapazität schlug sich in einem großzügigeren Layout, breiteren Gängen und auch größeren Ständen nieder. "Die Kunstwelt liebt den Wandel", darauf setzt Co-Direktor Marc Spiegler, "unsichere Zeiten fordern neue Initiativen".

Nicht alle sind von der Vergrößerung begeistert

Besucher der 266 Galerien klagten jedoch über zu lange Wege und ein verwirrendes Layout, das nur auf dem Papier überzeugt. Regelmässige Messebesucher wie die Kölner Sammler Gabriele und Dieter Kortmann etwa wissen von der Art Cologne: "Vergrößern ist ein Fehler, dort hat man es auch wieder rückgängig gemacht". Trotz Wirtschaftskrise reisten wie gewohnt europäische, amerikanische und südamerikanische Sammler an. Nicht zuletzt die berühmten Partys und Gelegenheiten zum Networking im subtropischen Klima machen diese Messe immer noch konkurrenzlos.

Dabei sparten selbst die großen Sponsoren zum ersten Mal. Das imposante Partyzelt am Strand, in dem Hauptsponsor UBS AG 1600 Gäste mit einem spektakulären Buffet verköstigte, wurde nach Milliardenverlusten der Bank im letzten Jahr ebenso gestrichen wie einige Veranstaltungen für Sammler bei AXA Art, so Sprecherin Rosalind Joseph.

Dennoch startete die Messe mit vorsichtigem Optimismus. Händler zeigen etablierte Namen und gute Qualität. Von besonderer Mühe zeugt die Rekordzahl von 28 kleinen kuratierten Einzelschauen in "Art Kabinett". Wie erwartet blieben die Kronjuwelen aber zu Hause. Der Wettlauf auf die Kunst ist schon seit einem Jahr passé, oft wird erst reserviert. Aber als "langsam und stetig" beschrieb nicht nur Superdealer Timothy Blum von Blum & Poe (Los Angeles) seine Verkäufe der VIP-Stunden, unter ihnen Dirk Skrebers über 3 Meter langes Unfallbild (150.000 Dollar). Er zeige hier "nichts Superteures", nur bis zu 200.000 Dollar. Auch PaceWildenstein (New York) verkaufte sofort die fast 4 Meter große Polyurethan-Skulptur "American Risk" (um 250.000 Dollar) des Neuzugangs Sterling Ruby.

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