Art Basel Miami Beach
Jetzt kommen die Südamerikaner

Mit guter Qualität bei moderaten Preisen lassen sich auf der Art Basel Miami Beach gute Geschäfte machen. Doch die Krise sitzt Amerika noch in den Knochen, die Branche hält sich mit allzu optimistischen Einschätzungen zurück. Immer wichtiger wird die Nähe zu den reichen Sammlern aus Mittel- und Südamerika.
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MIAMI BEACH. Niemand möchte von einem neuen Boom sprechen. „Der Markt zeigt viele Anzeichen von Stärke“, weicht Marc Spiegler, Kodirektor der 9. „Art Basel Miami Beach“, aus, die am Sonntag zu Ende ging. Die Krise sitzt Amerika noch in den Knochen, und so hält man sich lieber etwas zurück. Aber unbestritten hatte die Messe einen starken Auftritt.

Besonders herausgefordert waren 14 Teilnehmer der Sektion „Art Positions“, die ihr Programm mit nur einem aktuellen Werk repräsentieren durften. Aber nach den ersten Tagen waren schon 80 Prozent verkauft. Hier saß Andrea Smith Zieher von ZieherSmith, New York, froh vor Eddie Martinez’ buntem, über acht Meter langem Triptychon „The Feast“. Sie war von der Nachwuchsmesse Nada herübergewechselt und verkaufte das Bild gleich zu 100 000 Dollar an den Großsammler Charles Saatchi.

Auch andere wichtige Sammler waren auf der Pirsch. Hedge-Fonds-Manager Steven Cohen packte bei David Zwirner Adel Abdessemeds über drei Meter hohe Weltkarte „Mappemonde“ (um 280 000 Dollar) ein, die aus in Dakar aufgesammelten Blechdosen besteht. Bei Blum & Poe, Los Angeles, hatte es ihm Tim Hawkinsons große Inkjet-Collage „Bike“ (180 000 Dollar) angetan.

Immer wichtiger wird die Nähe zu den reichen mittel- und südamerikanischen Sammlern, von denen viele einen Zweitwohnsitz in Süd-Florida bestücken. „Endlich manifestiert sich das Interesse der Südamerikaner in einer Weise, wie man es schon vor einigen Jahren erhoffte“, sagt Spiegler zufrieden. Sie wurden in diesem Jahr auch von 20 südamerikanischen Galerien, vor allem aus Mexiko und Brasilien, bedient. Die Galerie Valenzuela Klenner aus Bogotà, Kolumbien, vertrat die derzeit heißeste Kunstszene des Kontinents.

Natürlich hat jede Messe auch Verlierer. Aber für die meisten Händler liefen die Geschäfte besser als in den letzten Jahren. Am oberen Ende ziehen die Preise schon wieder leicht an. „Das ist prima für Verkäufer“, meint der aus Tulsa, Oklahoma, angereiste wichtige Kunst- und Designsammler George R. Kravis II. Nicht unerwartet setzten die meisten Galeristen auf Blue-Chip-Namen und gute Qualität zu eher moderaten Preisen. Dazu geht Großes und Buntes in Miami immer gut. „Viele Sammler setzen große Formate mit Wert gleich“, sagt ein Galerist.

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