Art Basel Miami Beach
Was Südamerikas Sammler lieben

Kapitalströme fließen aus Venezuela, Argentinien und Brasilien. Das gibt der Art Basel Miami Beach mächtig Auftrieb. Die wichtigste Messe für zeitgenössische Kunst und Moderne in Amerika spricht deshalb vor allem die Sammler aus Südamerika an.
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Miami BeachDie wichtigste Messe für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts auf dem amerikanischen Kontinent läuft inzwischen rund. Gerade wurde die elfte Ausgabe der Art Basel Miami Beach eröffnet. Ihre Stände sind heiß begehrt. Von 680 Bewerbern aus 31 Ländern konnten sich nur 257 Galeristen qualifizieren. Aber nun brodelt es hinter den Kulissen. Nach der Übernahme von Art HK soll die Führungsstruktur geändert werden. Sobald ein Direktor für die Finanzen gefunden ist und sich eingelebt hat, soll ein vierköpfiges Executive Committee installiert werden. Dem gehören Magnus Renfrew, Director Asia, und Annette Schönholzer, Director of New Initiatives, an. Marc Spiegler wird dann alleiniger Messechef werden. Man darf gespannt sein.

Art Basel hat die Welt aufgeteilt
Mit drei Messen auf drei Kontinenten hat Art Basel die Welt aufgeteilt. Jede Region hat ihr eigenes Konzept. Auf dem südlich-fröhlichen Ableger in Miami Beach stammt die Hälfte der Galerien vom amerikanischen Kontinent, 35 Teilnehmer kommen aus Südamerika. Das fällt mit der immer schon starken Präsenz der Südamerikaner in Miami zusammen. Wie auch die Immobilientransaktionen der letzten Monate unterstreichen, fließen Kapitalströme aus Venezuela, Argentinien und Brasilien. Selbst internationalen Großgalerien wie Hauser & Wirth hängen sich dann neue gestische Großgemälde des wichtigen Argentiniers Guillermo Kuitca an die Wände. Zwei aus dem Jahr 2010 wurden auch zu je 300.000 Dollar verkauft. Andere Galerien zeigen Bilder von Wilfredo Lam oder Botero, aber auf ausdrücklichen Wunsch der Messeleitung sollten die nicht aus Südamerika stammenden Galerien ihr Angebot bitte breit streuen.

Südamerikaner lieben Lucio Fontana
Wie auch andere internationale Messen setzt Art Basel Miami Beach verstärkt auf die Moderne. Helly Nahmad (New York) wartet gleich am Haupteingang mit Picasso, Calder und Rothko zu mehrstelligen Millionenpreisen auf. Mark Rothkos  schönes mittelgroßes Format mit beigefarbenem Feld auf rotem Grund  „No. 1, 1957“ aus einer privaten Sammlung trägt offiziell kein Preisschild, soll aber etwa 30 Millionen Dollar kosten. Gleich daneben hängte auch Landau (Montreal) moderne Kunst im Gesamtwert von etwa 200 Millionen Dollar auf.

Edel gestaltete Turnabuoni Arte (Paris) das Solo von Lucio Fontana. Aus dem ganz in weiß ausgeschlagenen Stand leuchten 22 seiner Bilder aus der „Concetto Spaziale“-Serie der 1950er- und 60er-Jahre wie Juwelen. Kostenpunkt zwischen  600.000 bis 5 Millionen Dollar. Der in Argentinien geborene Künstler sei beliebt in Südamerika, sagt eine Mitarbeiterin. Viele, viele Brasilianer und auch viele Mexikaner sieht auch Christophe van de Weghe (New York) Er vermittelte aber Warhols großen Kopf  der  „Statue of Liberty“ (1986) sofort zu 3,6 Millionen Dollar in eine New Yorker Sammlung.

 

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