Art Cologne
Die Mutter auf Kurs gebracht

Die Art Cologne hat so gut wie alle glücklich gemacht: die Galeristen, die Sammler und das Publikum, das einfach nur gucken wollte. Messemacher Daniel Hug sei Dank: Auch ganz junge Kunst hat profitiert.
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Köln

Da hatte sich Daniel Buchholz, der Kölner Galerist, aber ordentlich verrechnet. Damals, vor fünf Jahren, als die Art Cologne selbst Getreuesten wie ihm die letzten Funken Hoffnung auf einen Umkehrschub in Richtung Qualität raubte. „Die gibt’s ja schon seit 40 Jahren“, meinte der Kölner damals nachdenklich. „Vielleicht ist das auch irgendwann mal vorbei.“ Und dann kam der unvergessliche Satz: „Man kann ja nicht auf einen lahmen Gaul immer wieder drauf schlagen. Irgendwann ist ja mal Schluss.“ Für Buchholz steht inzwischen fest: „Der Gaul läuft wieder“.

„Erheblich besser“ als beim letzten Mal sei es ihm auf seinem Stand ergangen, wobei sich Buchholz auch schon im letzten Jahr nicht beklagen wollte. „Eine gehobene B-Messe“, urteilt der Kölner anerkennend. „Und es war mal eine C-Messe!“ Verkauft hat er u.a. seinen Hingucker, Isa Genzkens dezent-farbige Wandarbeit „Hommage à John Jasper Johns“ (2009) für 100.000 Euro; von Cosima von Bonin ein Bild für 55.000 Euro und ihre zwei stoffbezogenen Muschel-Skulpturen ("Devine Scallop", 2010) für 14.000 Euro.

Magnet für interessantes Publikum

„Richtig gut“. Hans Mayer klingt, als hätte er das von dieser Messe gar nicht erwartet. „Richtig gut“ fand der Düsseldorfer Galerist auch das interessante Publikum, und das Verkaufsergebnis bezeichnet er sogar als „sehr gut“. Ein großes Bild von Ben Willikens und Robert Longos dunkle Burka-Zeichnung, aus der die magischen Augen seiner Frau Barbara Sukowa blicken, konnte er für je 200.000 Euro vermitteln. Möglicherweise wäre es aber besser, wenn Messemacher Daniel Hug die Messe nicht ganz so knapp vor Ostern terminieren würde, schränkt er mit Blick auf jene Sammler ein, die mit ihren Familie verreisen.

„Das war die beste Messe, die ich in Köln je gemacht habe“, resümiert Christian Nagel. Ähnlich äußert sich sein Düsseldorfer Kollege Michael Cosar, der den Schwerpunkt auf junge Künstler setzte. Von allen vier Künstlern hat Cosar etwas verkauft, darunter alle Collagen der Trockel-Schülerin Maren Maurer und ein mittelgroßes Bild von Stefan Kürten für 16.000 Euro. Sein Beispiel beweist, wie auch die junge Kunst von einer sehr gut gemachten Messe profitieren kann. Daniel Hug schien man das jedenfalls zuzutrauen. Für Rupert Pfab aus Düsseldorf war dies Grund genug, eigens mit einem Fokus auf die jungen Künstler anzureisen. Er wollte es ausprobieren. „Ich hatte ziemlich niedrige Erwartungen, bin daran gemessen jedoch sehr zufrieden“, lautet seine Bilanz. Seine Förderkoje hat er fast vollständig verkauft. Zwischen 600 und 1500 Euro kosteten Frauke Dannerts Collagen mit Elementen nicht mehr existierender Architekturen.

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