Art Cologne
Ein Kunstmarkt mit Format

Die gerade eröffnete Art Cologne ist kein Umschlagplatz für schnöde akkumulierte Ware. Sie präsentiert als konzentrierte Leistungsschau vor allem der deutschen Galerien. Eindrücke und Einschätzungen nach einem ersten Rundgang.
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KölnFür vier Tage bis Sonntag den 19. April 2015 verwandelt sich Köln nun in ein Mekka für Sammler (Siehe auch die morgen erscheinenden Sonderseiten in der Printausgabe vom 17.4.2015). Die Art Cologne hat eröffnet, Deutschlands wichtigste und älteste Messe für zeitgenössische Kunst und Moderne. In diesem Jahr wartet sie mit einer um einen Tag verkürzten Laufzeit und „nur“ 209 Galerien auf – gegenüber 221 im letzten Jahr.

Neu sind die drei Hallenebenen, auf denen Messechef Daniel Hug das Angebot locker verteilt hat. Und zwar trotz großzügiger Durchlässigkeit sehr ordentlich sortiert nach Epochen. Die Moderne und Nachkriegskunst sowie ausgewählte zeitgenössische Positionen sind in der optisch gediegener ausgestatteten untersten halben Halle (11.1) untergebracht, die Gegenwartskunst in der vollständigen Halle 11.2 darüber und die mit jungen Galerien durchsetzte zeitgenössische Kunst nebst zusätzlichem Film- und Videoprogramm auf der halben Halleebene 11.3.

Zeitnahe Museumsausstellungen

Für angenehme Überraschung sorgen die homogene Qualität und das an kaum einer Stelle langweilige Bild. Es geht Messechef Daniel Hug, der die Art Cologne seit sechs Jahren unablässig weiterentwickelt, nicht um den schnöden Umschlagplatz für die Ware. Die Messe ist zwar ein Marktplatz. Aber sie ist zugleich die Leistungsschau eines Berufsstandes, ohne dessen Ideen, tatkräftiges und zeitraubendes Know-how Museen und Kunstvereine hierzulande einpacken könnten.

Ohne die Galerien würden Künstler nicht mehr entdeckt und für die Öffentlichkeit wahrnehmbar. Wie eng dieser Nexus zwischen Handel und Institution ist, illustriert die große Zahl zeitnah oder parallel laufender Museumsausstellungen, mit denen jeder zweite Künstler auf der Messe aufwarten kann.

Ehrgeiz eines Ausstellungsmachers

Die meisten Galerien, auch die Kunsthändler, die sich auf dem Sekundärmarkt eindecken, haben sich vom kuratorischen Ehrgeiz Daniel Hugs anstecken lassen. Sie entschieden sich für eine konzentrierte, manchmal auch miteinander kommunizierende Auswahl von Künstlern oder für eine Soloausstellung so wie bei Rupert Pfab. Die Papiercollagen von Frauke Dannert, die demnächst auch im Museum Kunstpalast in Düsseldorf ausgestellt werden, präsentiert der Düsseldorfer Galerist auf einer Wand aus gemalten Architekturfragmenten. Die kleinformatigen kosten 1.600 Euro, die großen (50 x 35 cm) liegen gerahmt bei 3.000 Euro.

Thomas Rehbein hat sich für einen gemeinsamen Stand mit der dänischen Galerie Stalke in der neu eingeführten Sektion „Collaborations“ (Halle 11.3) entschieden. Die beiden stellen auch einen gemeinsamen Künstler aus, den unorthodoxen amerikanischen Zeichner William Anthony. Seine anspielungsreichen, krakeligen Figurenkonstellationen liegen zwischen 2.500 und 12.000 Euro.

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Ein Kunstmarkt mit Format

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Gewagtere Kunst in Halle 11.3

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