Art Cologne
Starke Teilnehmer schüren hohe Erwartungen

Die älteste Kunstmesse der Welt zieht wieder viele erstklassige Galerien an. Auf die Besucher der Art Cologne wartet ein anregender Mix aus Klassischer Moderne, Nachkriegskunst und zeitgenössischer Kunst. Neue Wege betritt die Messe mit ihrer Kooperation mit der amerikanischen Kunstorganisation New Art Dealers Alliance (NADA). Sie bringt allein 30 Aussteller mit nach Köln.
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KölnDie Art Cologne setzt ihren erfolgreichen Kurs unter der Leitung von Daniel Hug fort. Das signalisiert das starke Teilnehmerfeld, das vom 18. bis 22. April in den Kölner Messehallen ausstellen wird. Rund 200 Galerien aus 24 Ländern reisen an, um ihr Angebot an Klassischer Moderne, Nachkriegskunst und zeitgenössischer Kunst zu unterbreiten.

Hohe Erwartungen heften sich an die schon im letzten Jahr zurückgekehrten prominenten Aussteller, unter ihnen Annely Juda, London, Karsten Greve (Köln, Paris, St. Moritz), Michael Werner (Köln, New York), Hans Mayer (Düsseldorf) und Hauser & Wirth (Zürich, London, New York). Sehen lassen können sich hier auch SprüthMagers und Daniel Bucholz (beide Berlin, London), die Kölner Galeristin Gisela Capitain und der von Berlin und Antwerpen aus tätige Christian Nagel. Außerdem stehen Eigen + Art (Berlin, Leipzig) und Guido W. Baudach aus Berlin auf der Liste.

Strategische Allianz

Unter den Neuzugängen finden sich Thaddaeus Ropac (Paris, Salzburg), David Zwirner (New York), Vera Munro aus Hamburg und die auf indische Kunst spezialisierte Galerie Nature Morte (New Delhi, Berlin). Die Kooperation mit der renommierten New Art Dealers Alliance (NADA) setzt im Bereich der jüngsten Kunst viel versprechende Akzente. Erwartet werden die besten jungen Galerien aus New York. Dazu gesellen sich ihre europäischen Kollegen in der Sektion „New Contemporaries“.

Ewig jung geblieben

Einen Widerhall der Aufbruchsstimmung in Köln liefern die Werke jener Generation, die vor vier Jahrzehnten noch zur jungen Kunst zählten. Heute sind es Klassiker. Der amerikanische Künstler Gary Kuehn zum Beispiel, ein Zeitgenosse Richard Serras und Robert Morris’. Er befasste sich Ende der sechziger Jahre mit sich biegenden, oft gequetschten Formen, von denen oft das Gefühl des Drucks ausgeht. Häusler Contemporary München hat von ihm das zweiteilige „Untitled (Crate Piece)“ von 1969 auf dem Stand. 120.000 Dollar verlangt er für das Werk, das 1969 bereits in Kuehns Einzelschau in der New Yorker Fischbach Gallery gezeigt wurde.

Für den Markt gemacht

Die ewig jung gebliebene Louise Bourgeois schuf 1967 eine kleine geheimnisvolle Bronze, die auf den ersten Blick etwas von einer Grotte hat, in der man sich verstecken kann. Karsten Greve verlangt für das eigenartige Objekt „Hommage to Bernini“ 560.000 Euro. Raimund Thomas reist aus München mit den Artefakten an, die Joseph Beuys’ aus seiner Kölner Straßenaktion von 1971 entwickelte. So wurde aus einer direkt ins Leben zielenden politischen Aktion zur Propagierung einer Demokratie von unten eine kunstmarkttaugliche „Rauminstallation“, für die 875.000 Euro erwartet werden. Ähnliches widerfuhr den politisch eher unverdächtigen, mit den Spuren des Lebens und Arbeitens ausgerüsteten Atelierfußböden von Dieter Roth, mit denen Hauser & Wirth den Eingangsbereich der Messe bespielen (1973-1992). Aus den frühen siebziger Jahren stammen die Objektkästen von Karl Fred Dahmen, die Johannes Schilling von der Kölner Galerie Boisserée für 6.400 und 19.800 Euro anbietet.

Aus den siebziger Jahren gibt es auch Hauptwerke der Zürcher Konkreten. Edith Wahlandt, Stuttgart, bringt eine wichtige, 1973/78 entstandene Arbeit von Camille Graeser für 150.000 Euro und Richard Paul Lohses „Komplementäre Kontrase um violette“ von 1952/1974 für 143.000 Euro mit.

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