Art Karlsruhe
Breit aufgestellte Kunstmesse

Nicht intellektuell, sondern attraktiv für Einsteiger und Kenner will die Art Karlsruhe sein. Für den Südwesten Deutschlands ist die Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst inzwischen ein wichtiger Umschlagplatz geworden.
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DüsseldorfBaden-Württemberg hat die höchste Sammlungsdichte Deutschlands. Neben ungezählten, kaufentschlossenen Privatsammlern sind hier auch die großen Firmensammlungen etwa von Daimler, SAP und Würth zu Hause. Darüber hinaus gibt es eine große Zahl von Privatmuseen. Dazu zählt das vor fünf Jahren eröffnete Schauwerk Sindelfingen. Auf der zwölften Ausgabe der Kunstmesse „Art Karlsruhe“ (bis 8. März) geben Christiane und Peter Schaufler mit 30 ausgewählten Werken Einblick in ihr Sammlungskonzept: kühle Ästhetik bei bestechend sinnlicher Qualität in den meist abstrakten Arbeiten.

210 Galeristen aus elf Ländern rücken bis Sonntag in den lichtdurchfluteten Messehallen Kunst von der Klassischen Moderne bis zur jungen, noch nicht etablierten Zeitgenossen in den Mittelpunkt. Angesprochen werden hier Einsteiger wie Kenner.

Testlauf für Kölner Galerien

Mit 157 Einzelausstellungen möchte die Messe wahrscheinlich einen Rekord etablieren, herrscht doch auf Messen sonst das Prinzip „Alles zeigen“ vor. 39 Aussteller sind neu dabei: Etwa die Anna Jill Lüpertz Gallery, Berlin, mit der jungen Medienkünstlerin Pola Sieverding. Auch die beiden Kölner Heinz Holtmann und die in focus (Foto)Galerie wollen Anspruch und Bodenständigkeit der Messe erstmals testen.

Ein Merkmal der Art Karlsruhe sind die zahlreichen platzartigen Freiflächen für die Präsentation von Skulptur. So zeigt die Galerie Rother Winter, Wiesbaden, Helge Leibergs tänzerische Figuren. Wem dabei auffällt, dass im allgemeinen Betrieb nur mehr selten Künstler mit DDR-Vergangenheit gezeigt werden, findet bei Schwind Arbeiten von Mattheuer, Rink und Tübke. Werke von Johannes Heisig bringt "Die Galerie" mit, solche von Harald Metzkes die Galerie Leo Coppi.

Unbekanntes von Bernard Schultze

Ihr vierzigjähriges Bestehen feiert die Galerie Geiger aus Konstanz mit aktuellen Werken der einstigen ZERO-Künstler Heinz Mack und Christian Megert. Carsta Zellermayer aus Berlin ist ebenso lang im Geschäft. Deshalb bringt sie zum 100. Geburtstag von Bernard Schultze Arbeiten mit, die noch nie auf dem Kunstmarkt gezeigt worden waren, darunter das in wilden Farbzungen auslaufende Lancelot-Triptychon von 1983.

Ein facettenreiches Angebot fährt die Galerie Henze & Ketterer aus Wichtrach bei Bern auf. Sie bringt nicht nur das im einstelligen Millionen-Bereich notierende Naturbild „Bergwald“ (1919/20) von Ernst Ludwig Kirchner mit. Sie bietet auch eines von den charakteristischen Bildern von A.R. Penck an. In „A-Feld“ von 1999 wird der Zustand der Welt mit Zeichen und Strichmännchen wie aus einer Höhlenzeichnung erklärt. Für 80.000 Schweizer Franken wechselt das Bild den Besitzer. Es ist zugleich eindeutig und rätselhaft.

"Art Karlsruhe. Klassische Moderne und Gegenwartskunst", 5. bis 8. März 2015, Messe Karslruhe, geöffnet tägl. von 12 bis 20 Uhr, So. 11 bis 19 Uhr, Katalog: 25 Euro

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