Art Paris
Kunst und Design an der Seine

Die Art Paris Art Fair mischt zeitgenössische Kunst mit Design. Die meisten der 120 Galerien kommen aus Europa, nur wenige aus Asien.
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ParisDie „Art Paris“ ist die zweitgrößte Messe für zeitgenössische Kunst in Frankreichs Hauptstadt. Ihr neuer künstlerischer Direktor Guillaume Piens verlängerte den Namen tautologisch auf „Art Paris Art Fair“. Bis 1. April offerieren 120 Galerien aus 16 Ländern im Glaskuppelbau des Grand Palais ihre Kunst- und Designobjekte. Der 46-jährige Piens leitete zuletzt die erfolgreiche Fotomesse „Paris Photo“.

Als sich der Messeeigentümer der Art Paris, Patrice Lecêtre, 2011 definitiv von Messemacher Lorenzo Rudolf trennte, weil dessen innovatives Konzept für die im Schatten der „Fiac“ stehende Art Paris nicht aufging, folgte ihm Piens. Dieser formuliert sein Konzept mit einem Paradoxon: „kosmopolitischer Regionalismus“.

Das heißt, er legt den Schwerpunkt auf europäische Galerien. 56 Prozent der Aussteller kommen nach einer Pause wieder beziehungsweise erstmals zur Art Paris Art Fair. 40 Prozent reisten aus dem Ausland inklusive Asien an. Auffällig stark ist die Beteiligung französischer Galerien, vor allem aus Paris. Die meisten bekannten Galeristen legen Wert auf eine lesbare und dem internationalen Standard entsprechende Standgestaltung.

Nicht alle beherzigen diese Regel. „Es gibt noch viel zu verbessern“, lassen kritische Stimmen verlauten. Direktor Piens bringt mehrere Fotogalerien auf die Art Paris Art Fair, wie Ilan Engel aus Paris oder Priska Pasquer aus Köln, die neuerdings mit Jablonka zusammenarbeitet und eine Foto- und Kunst-Offerte bietet. Piens wünschte sich monographische, zumindest kohärent durchdachte Stände.

Da bringt der kommerziell erfolgreiche Thomas Levy (Hamburg/Berlin) mit Meret Oppenheim einen surrealistischen Touch mit, wogegen Anne Lahumière (Paris) die streng geometrische Abstraktion in stringenter Hängung weiterführt. Sowohl Mario Mauroner (Wien/Salzburg) wie Lelong (Paris) präsentieren den Afrikaner Barthélémy Toguo. Den Wiener Aktionismus, mit Akzent auf Otto Mühl, vertreten Zimmermann Kratochwill (Graz) und Konzett (Wien).

Art Brut-Künstler verkauft die Straßburger Galerie Ritsch-Fisch, u.a. die minuziösen Metallskulpturen von ACM. Brigitte Schenk (Köln) zeigt die Schreckensporträts ermordeter Menschen von Marilyn Manson. Neu ist auf der Art Paris Art Fair die Sektion für Design in limitierten Auflagen. Design-Fans lockt gleichzeitig der „Pavillon des Arts et du Design“ (PAD-Paris), diesmal mit deutlichem Schwerpunkt auf Design. Die Zeltmesse im Tuilerien-Park läuft ebenfalls bis 1. April.

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