Art Salzburg
Elegante Messe für ein kaufkräftiges Publikum

Zwischen Mozartmatinee und Opernaufführung eine Zeichnung von Gustav Klimt erwerben. Das ist möglich in Salzburg zur Zeit der Festspiele. Die elegante Kunstmesse Art Salzburg wirbt mit einem arrivierten Angebot in der oberen Preisliga. Das Spektrum reicht von Max Ernst bis Jan Fabre. Schwerpunkt ist traditionell die österreichische Kunst.
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SalzburgLetztes Jahr noch gingen die Galeristen Hans Maulberger und Carsten Becker als Besucher über die Art Salzburg. Wenn heute Abend in der Residenz diese elegante Messe eröffnet wird, dann stehen sie erstmals auf der Seite der 39 ausstellenden Kunsthändler und Juweliere. Die Art Salzburg lockt. Denn sie ist eine Messe, die mit ihrem arrivierten Angebot in der oberen Liga spielt. Und sie hat ein Publikum, das finanzstark und an diesem Ort in Kauflaune ist.

Maulberger & Becker aus Düsseldorf, spezialisiert auf deutsche abstrakte Malerei der Nachkriegszeit, hat ein marktfrisches Gemälde von Hans Hartung für 70.000 Euro dabei, und eines von Fritz Winter, das über 60 Jahre in einer privaten Sammlung war und 138.000 Euro kosten soll. Sie wird die Messe mit Werken des deutschen Informel um eine Facette erweitern; denn österreichische Kunst dominiert, so wie in den Jahren zuvor.

Gleich eine ganze Handvoll Blätter von Gustav Klimt (55.000 bis 230.000 Euro) präsentiert die Galerie Wienerroither und Kohlbacher. Darunter ein Kinderporträt von Trudl Flöge (125.000 Euro), der Nichte der Klimt-Muse Emilie Flöge. Auch Walter Freller, eine verlässliche Adresse für Werke von Carl Moll und Alfons Walde, hat eine Klimt-Zeichnung im Portfolio. Expressiver und autonomer aber kommt Egon Schieles „Sitzender weiblicher Akt“ von 1912 daher. Laut Freller für „mehrere Hundertausend“ zu haben.

Prunkstuhl des Ringstraßen-Architekten

Mit österreichischen Zeitgenossen wie Markus Prachensky und Herbert Brandl ist die Galerie Elisabeth & Klaus Thomann vertreten. Von Oskar Kokoschka bis zu den Wiener Aktionisten reicht das Spektrum bei Galerie Ruberl. Rar hingegen sind Alte Meister. Zu einem moderaten Preis von 28.000 Euro bietet die Galerie Metropol Hans Jordaens bewegte, gar nicht religiös anmutende Szene „Moses und das Meerwunder“ von ca. 1620 an. Highlight unter den Antiquitäten ist ein prunkvoller Stuhl bei Patrick Kovacs, den um 1870 einer der bedeutendsten Wiener Ringstraßen-Architekten, der Däne Theophil Hansen entworfen hat. Von insgesamt 16 Exemplaren existieren noch zwölf an ihrem Ursprungsort Schloss Herstein. Zwei sind bereits in Museumshand.

Ein Picasso-Gemälde für über 4 Millionen Euro, wie im letzten Jahr, hat die Salzburger Galerie Salis & Vertes diesmal nicht parat. Ihr Top-Exponat ist das geheimnisvolle, von einer Sonne bestimmte Max-Ernst-Gemälde „Mirage“ von 1961 (385.000 Euro). Direkt von der Museumsschau „Gold“ im Oberen Belvedere in Wien auf den Art Salzburg-Stand der Galerie Mario Mauroner gelangte Jan Fabres Skulptur „Golden Human Brain Angel Wings“ (198.000 Euro). Nur einen Steinwurf entfernt hat der Salzburger am Waagplatz zudem eine Personalschau Fabres inszeniert.

Emil Noldes Amaryllis

Eine Vorstellung von der höfischen Eleganz des 18. Jahrhunderts zaubert wiederum die Kunsthandlung Röbbig, die Spezialisten für Meissener Porzellan aus München, auf die Art Salzburg. Ebenfalls aus Deutschland angereist ist die Inselgalerie Gailer, die mit einer „Schafsherde an der Friedhofsmauer“ ein Hauptwerk von Anton Braith (43.000 Euro) offeriert. Jörg Schuhmachers (Frankfurt) angekündigte Attraktion, ein bislang unbekanntes Gemälde Emil Schumachers von 1967, ist bereits vor der Messe an einen deutschen Privatsammler verkauft. An dessen Stelle hängt nun Emil Noldes Aquarell „Amaryllis mit Heiligenfigur“ von 1925 aus der Sammlung des renommierten Beckmann-Sammlers Günter Frankes. Das Blumenstück soll um 100.000 Euro kosten.

„Art Salzburg – International Fine Art Fair“, läuft in der Residenz Salzburg vom 11. bis 19. August täglich von 11 bis 18 Uhr.

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