Art Salzburg Verzicht auf Experimente

Die prachtvolle Kunst- und Antiquitätenmesse in der Salzburger Residenz zählt auf etablierte Kunst und solide Werte. Gefeiert wird die Kunst des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Mit Erfolg, wie erste Verkäufe zeigen.
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Fast 40 Aussteller sind auf der Art Salzburg vertreten. Quelle: PR

Fast 40 Aussteller sind auf der Art Salzburg vertreten.

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Der Salzburger Galerist Thaddaeus Ropac, der mittlerweile in Paris am großen Kunstmarktrad dreht, bekannte kürzlich in einem TV-Bericht: "Ohne die Festspiele wäre ich als Galerist nie dorthin gekommen, wo ich heute bin." Was Ropac meint, schätzen die fast 40 Aussteller der eleganten Art Salzburg, die noch bis Sonntag in den Festräumen der Residenz stattfindet. Die Industriellen, Unternehmer und Manager, die hier zur Festspielzeit nach Salzburg kommen, sind nicht nur Opernfreunde. Sie sind oft auch kaufkräftige Kunstsammler.

Das hat der Linzer Kunsthändler Walter Freller bereits am ersten Tag der Art Salzburg erfahren. Für "mehrere Hundertausend", wie er gegenüber dem Handelsblatt den Preis umschrieb, hat er eine exquisite Schiele-Gouache von 1912 verkauft. Lange kann er den Akt nicht besessen haben. Im Mai erst wurde das Blatt im Wiener Auktionshaus Dorotheum für knapp 400 000 Euro inklusive Aufgeld versteigert.

Schiele und Klimt gehören zu den Heroen der österreichischen Kunst. Und es wundert nicht, dass das teuerste Exponat auf dieser Messe ein Werk Egon Schieles ist. Für 2 Millionen Euro bietet die Wiener Galerie Wienerroither & Kohlbacher mittlerweile die Gouache "Sitzender Halbakt" an. Ihr Reiz liegt in der zugleich exzentrischen und doch scheuen Haltung des Aktmodells. Vor eineinhalb Jahren noch kostete die Papierarbeit 1,7 Millionen. Eberhard Kohlbacher: "Das ist eine Korrektur, die dem derzeitigen dünnen Angebot und dem internationalen Preisanstieg für Spitzenwerke der Modernen gerecht wird." Im Klimt-Jubiläumsjahr prunkt die Galerie Wienerroither & Kohlbacher mit einer Suite von Klimt-Zeichnungen (53 000 bis 230 000 Euro).

Kunst aus Wien hat auf der Art Salzburg ihren großen Auftritt. Giese & Schweiger etwa offerieren für 380 000 Euro das delikat gemalte Gemälde "Sonntagsschule" von Georg Friedrich Waldmüller. Der Wiener Biedermeiermaler gehört zum Kreis österreichischer Maler, die auf Auktionen die Millionengrenze durchbrochen haben. Genre-Kunst hat in Österreich scheinbar keine Absatzschwierigkeiten.

Giese & Schweiger verkauften gleich am ersten Wochenende das Gemälde "Drei Männer in der Hütte der Reedalpe" des Spätromantikers und Porträtmalers Anton Romako Romako für einen mittleren fünfstelligen Betrag an einen österreichischen Sammler. Auch, wenn es um Werke von Oscar Mulley und Alfons Walde, den beiden kernigen, alpinen Moderne-Malern der 1930er-Jahre geht, dann hat man auf der Art Salzburg die beste und breiteste Auswahl. Den Top-Messe-Preis für Walde stellt wohl mit 680 000 Euro ein seltenes Figurenbildnis "Bauernsonntag" bei Freller dar. Das imposanteste Mulley-Gemälde zeigt mit "Gehöft im Gebirge (125 000 Euro) ausgerechnet die Münchener Galerie Schüller. Doch der Kunstmarkt kennt schon lange keine Grenzen.

Auf dem internationalen Parkett zu Hause
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