Art Stage Singapore: Ohne Galerie geht gar nichts

Art Stage Singapore
Ohne Galerie geht gar nichts

Das Angebot der Kunstmesse Art Stage Singapore ist bunt und unübersichtlich. Farbenfrohe abstrakte und gegenständliche Malerei dominiert. Westliche Galeristen bringen mit, was ihrer Meinung nach den Geschmack treffen könnte. Zu einem funktionierenden Markt ist es noch ein langer Weg.

SingapurDie sechste „Art Stage Singapore“ ist zweifellos angekommen. Am frühen Abend der Vernissage hat sich eine lange Menschenschlange am Eingang gebildet, um die reservierten VIP-Karten abzuholen. Das Publikum ist vorwiegend jung und offensichtlich wohlhabend. Die Gäste der Professional Preview ab dem Nachmittag waren erheblich gesetzter und deutlich internationaler, d.h. nicht-asiatisch. Denn die „Schweiz Asiens“ ist an sich schon eine multiethnische Gesellschaft, deren Mitglieder vornehmlich aus China, Malaysia, und Indien stammen.

Wo die Messe angekommen ist, will sich jedoch nicht ganz erschließen. Das Angebot ist so bunt, wie man es als Außenstehender von einer regional ausgerichteten asiatischen Kunstmesse erwartet. Das ist der eine, der westliche Blick, der in der Freude an Farbe gleich an Kitsch denkt.

Schwierige Orientierung

Dass sich eine so junge Szene, die mit völlig anderen Voraussetzungen gestartet ist, einer anderen Formensprache wählt, sollte man ihr zugestehen. Doch selbst Einheimischen scheint die Orientierung schwer zu fallen, und die Veranstaltung selbst scheint sich ihrer Kriterien selbst nicht sicher.

Messedirektor Lorenzo Rudolf, dem zusammen mit seiner Frau die Mehrheit der Messe gehört, ist sich dessen wohl bewusst, wenn er sagt: „Art Stage Singapore soll nicht nur Marktplatz sein, sondern vielmehr Agora.“ Hier sollen und müssen also noch mehr Dinge verhandelt werden als nur der Preis.

Langer Weg zu einem funktionierenden Markt

Der Schweizer Lorenz Helbing, mit seiner Galerie ShangArt einer der westlichen Veteranen in China findet gerade das spannend: „Zu einem funktionierenden Markt ist es noch ein langer Weg. Es gibt große Sammler hier, die kommen aber nicht unbedingt auf die Messe.“ Andererseits gebe es Sammler, die würden sich durchaus anschauen, was ein chinesischer Künstler macht im Vergleich zu einem westlichen oder einem indonesischen. „Dann wird es interessant“, sagt Helbing. „Die Künstler versuchen immer, Sinn aus dieser Welt zu ziehen. Und die ist nun einmal sehr kompliziert.“

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